Olympia – Die Referenz einer Weltgesellschaft

Heute werden die Olympischen Sommerspiele 2012 in London eröffnet. Ein sportliches Großereignis und wahrscheinlich der wichtigste Titel, den man in den meisten Sportarten gewinnen kann. Aber Olympia ist viel mehr als das. Die Spiele sind ein Ort des interlektuellen, kulturellen und ethischen Austausches – unabhängig von Ethnien, Staaten oder Religionen.

Damit könnten die Spiele in einer schon lange nicht mehr fiktiven Weltgeselleschaft, die nicht zuletzt durch das Medium Internet sehr real geworden ist, als Referenz eines friedlichen Zusammenlebens dienen. Denn die Sportler leben hier trotz des herrschenden Wettkampfes etwas vor, dass es sonst nirgends zu beobachten gibt: Gegenseitigen Respekt. Unabhängig von Politik, dem sportlichen Wettstreit oder anderen möglichen Konflikten in der moralischen, subjektiven Bewertung von Sachverhalten.

Die Spiele sind damit mehr als nur ein Sportereignis. Sie sind ein gelebter Traum, eine wunderbare Utopie, die nach und nach an Fiktion verliert. Selbst traurige Ereignisse wie das Attentat von 1972 vermochten den Geist der Spiele nicht zu beschädigen.

Somit sind der Olymp, der Sitz der griechischen Götter, und Olympia sich sehr ähnlich. Beide stehen für den Traum der Menschen nach dem Guten, nach Perfektion im Sein und im Handeln. Es bleibt zu hoffen, dass wir Menschen diesen Olymp auf globaler Ebene eines Tages erklimmen können.

Mit diesem kleinen Denkanstoss wünsche ich allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs unterhaltsame Spiele.

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Die Würde des Menschen ist unantastbar

Der erste Artikel unseres Grundgesetzes ist eindeutig: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Da gibt es keinerlei Interpretationsspielraum und der Artikel ist durch die Ewigkeitsklausel unabänderlich.

Dennoch stellt man fest, wenn man sich ein wenig mit Grundsatzurteilen des BGH befasst, dass dieser Grundsatz immer mehr aufgeweicht wird. Erste Anzeichen hierfür gab es, als man darüber diskutiert hat, ob Prostitution sittenwidrig sei oder nicht. Und wenn dem so sei, greife eine Prostituierte – besonders in einer Notsituation – ihre eigene Würde an, wenn sie sich als eben solche betätigen würde? Gerade die Verwaltungsgerichte im Osten der Republik kamen zu einem eindeutigen Urteil: Der Grundsatz des Schutzes der Menschenwürde dürfe nicht dazu missbraucht werden, einen Menschen gleichsam vor sich selbst, wie vor Fremden zu schützen.

Seltsam. Der erste – und damit grundlegendste – Artikel unseres Landes sagt etwas anderes. Er spricht von der Unantastbarkeit der Menschenwürde – absolut und unmissverständlich. Es gibt hier keine Ausnahmen oder „Wenns“ und „Abers“. Hier ist die Menschenwürde im Übrigen eng mit den Sittengesetzen verknüpft. Greift etwas die guten Sitten an, dann kann dies auch die Würde des Menschen verletzten.

Die Diskussionen, die sich in der Vergangenheit aufgetan haben, sind hier unsäglich. Die Würde des Menschen ist unantastbar – völlig egal, ob von einem selbst oder von fremden Menschen angegriffen, so sind diese Taten rechtlich nicht in Ordnung. Der Schutz des Menschen vor sich selbst ist somit ein fundamentaler Bestandteil unserer Gesellschaft – und das ganz zu Recht.

Macht als Selbstzweck

In unserer Gesellschaft gelten bedauerlicherweise zwei Dinge mehr als alles andere: Geld und Macht, wobei das Eine auch das Andere in aller Regel bedingt.

Macht bedeutet hier, dass die eigenen Vorstellungen, Handlungen, Ideen, etc. einen – je nach Grad der Macht – Einfluss auf Personen, Länder, Unternehmen, etc. haben. Je größer die Macht, desto stärker der Einfluss. Die Geschichte lehrt uns, dass Macht, die auf zu wenige Schultern verteilt ist, in aller Regel einen moralischen Verfall zur Folge hat. Dies gilt selbst dann, wenn die Machthabenden im Ursprung gute Absichten gehabt haben. „Moralisch“ und „gut“ selbstredend immer an dem gemessen, was wir uns in unserer abendländischen Kultur eben hierunter vorstellen.

Denkt man z.B. an Maximilien de Robespierre, einen frühen Verfechter des freiheitlich-revolutionären Gedankens des Frankreichs von 1789, erkennt man den Wandel vom Moralisten hin zum Despoten. Als Kind der Revolution hatte er seine Herkunft und den goldenen Kern der Bewegung vergessen und errichtete eine Herrschaft des Grauens, den sogenannten „Großen Terror“, dem tausende Menschen zum Opfer gefallen sind. Dies ist nur ein willkürlich der Geschichte entrissenes Beispiel, die Historie ist voll von solchen Menschen: Nero, Sixtus IV., Heinrich IV., Heinrich VIII. von England, Rousseau, Truman, Johnson und wie sie alle heißen.

Der Volksmund sagt, dass Geld und Macht den Charakter verderben. Und psychologisch und evtl. sogar neurobiologisch scheint dies durchaus vorstellbar zu sein. Die Menschen erheben sich gerne auf Podeste und vergessen dabei ihre eigenen Grenzen. Der Mensch ist und bleibt nur ein Mensch. Wenn Macht als Selbstzweck dient, die eigene Person auf ein Podest erhoben und die eigentliche Sinnhaftigkeit der eigenen Macht vergessen werden, so ist der ursprüngliche Wille der Machtgebenden erloschen.

Das alles gilt auch für unsere heutigen Politiker und Wirtschaftsbosse. Vom obersten Diener des Volkes bzw. des Unternehmens hin zum Karrieristen und Selbstdarsteller ist es oft nur ein Katzensprung. Demut sollte hier als klarstes Prinzip kommuniziert werden.

Atheismus – die Idiotie der Moderne

Atheismus bedeutet „ohne Gott“ beziehungsweise „gottlos“. In unserer heutigen Zeit wird damit die Annahme verbunden, dass es keinen Gott gäbe. Dem gegenüber steht nicht etwa der Glaube an einen Gott, sondern die Gewissheit über die Existenz eines Gottes.

Trotz diverser Gottesbeweise, wie etwa dem ontologischen oder dem kausalen, ist eine abschließende Feststellung über die Existenz Gottes selbstredend – zumindest aus heutiger Sicht – nicht möglich. Das liegt zum einen daran, dass der Mensch in seinen Mitteln stark beschränkt und daraus resultierend kaum fähig zu solchen Universalaussagen ist. Zum anderen daran, dass Gott – den Allmachts- und Allwissenheitsbegriff vorausgesetzt – größer ist, als das, was der Mensch zu erfassen im Stande wäre.

Die Aufklärung hat die Menschen aus dem kalten Dunkel des blinden Glaubens in eine Zeit des differenzierten, hinterfragenden Glaubens geführt. Glaube gilt seither bei aufgeklärten Menschen als eben jenes: Glaube. Kein Wissen.

Der Atheismus versucht hier einen größeren Bogen zu schlagen, der aber aufgrund der zuvor genannten menschlichen Beschränktheit zum verhungern verurteilt ist. Weshalb? Atheisten sagen, zumeist begründet durch evolutionär-darwinistische Überzeugungen, dass es Gott alleine schon deshalb nicht geben könne, weil alle großen Religionslehren der Erde Unrecht hätten. Einmal vorausgesetzt, dass es sich bei Gott tatsächlich mehr oder weniger um eine aus diesen Definitionen herauslesbare Erscheinung handelt, so bleibt doch eines offensichtlich: Ist die Existenz einer Sache nicht beweisbar – schon aus theoretischen Aspekten nicht – so ist folgerichtig auch die Nicht-Existenz eben dieser Sache ebenfalls nicht beweisbar.

Der Atheismus wird somit Opfer seiner eigenen Vorstellungen und offenbart damit die in ihm tief verwurzelte Idiotie, dass die Logik des modernen Menschen eine Sache zwar ausschließen, aber in ihrer Gänze nicht beweisen könne. Quasi die Eier legende Wollmilchsau des 21. Jahrhunderts.

Darüber hinaus stellen sich weitere Fragen: War Gott der Ursprung dessen, was die Wissenschaft heute als Entstehungsgeschichte deklariert? War Gott der Funke, der den Urknall losgelassen hat? Warum gibt es Gottesbeweise, die eine abschließende Klärung zwar schuldig bleiben, aber keine Beweise für die Nicht-Existenz Gottes?

Fazit: Beide Extreme sind in meinen Augen zu verurteilen, weil sie Wissen über einen Umstand vorspielen, bei welchem es aus menschlichen Perspektiven kein Wissen geben kann. Blinder Glaube ist ebenso abzulehnen wie die Behauptung, man könne die negative Existenz Gottes beweisen (Atheismus).

Die Seele des Menschen

Der Tod ist schon immer das große Unbekannte im Leben der Menschen. Kommt etwas danach – und wenn ja, was genau? Schon in den ersten Kulturen der Menschheit gab es den Glauben an Geister, Seelen, Astralkörper oder in welcher Art auch immer definierten Nachlebenden.

Seit einigen Jahrzehnten entzaubert die moderne Hirnforschung diesen Glauben nach und nach. Die Seele sei Teil des Gehirns. Die Persönlichkeit, Emotionen, Erinnerungen, etc. würden nur auf neurobiologischen Strukturen und chemischen Prozessen beruhen. In der Tat deutet vieles darauf hin, dass es so ist. Persönlichkeitsveränderungen lassen sich neurobiologisch nachweisen – ja, sogar herbeiführen. Emotionen entstehen durch die Stimulation von bestimmten Hirnregionen, in aller Regel bedingt durch Hormone. Auch hier kann der Mensch steuern, beispielsweise durch Psychopharmaka oder Drogen. Euphorie, also die intensivste Form der Freude, ist z.B. durch bestimmte Drogen problemlos hervorzurufen. Es werden durch geeignete Rezeptoren „einfach“ Emotionen im Gehirn simuliert. Dass Erinnerungen im Gehirn abgespeichert sind, ist unumstritten – gerade durch die Forschung im Bereich der Behandlung von Amnesien.

Wo bleibt da noch Platz für die Seele? Das Bewusstsein gilt als fundamentalster Seelenbestandteil. Aber auch hier sind Phänomene weitgehend neurologisch erklärbar. Ist z.B. das Großhirn irreparabel beschädigt (z.B. bei Wachkoma-Patienten), dann ist das Bewusstsein zerstört. Interessanterweise habe ich einmal mit einer „Schamanin“ gesprochen, die mir erzählt hat, dass Menschen Seelenteile verlieren können. Hat man zu viele verloren, so läge man im Wachkoma. Als ich – als feuriger Anhänger des Skeptizismus‘ – erklärt habe, dass das nichts mit Seelenteilen, sondern mit dem Ausfall bestimmter Hirnregionen zu tun habe, wollte sie nicht mehr mit mir sprechen. Und so geht es meistens mit solchem Hokuspokus. Wo wissenschaftliche Verifizierbarkeit auf Aberglaube trifft, hat letzterer in aller Regel das Nachsehen.

Hier hat man vor rund hundert Jahren versucht eine Brücke zu schlagen – allerdings lange Zeit vor der modernen Hirnforschung. Bei der sogenannten Psychostasie, allen voran rundum den Arzt Duncan MacDougall, hat man versucht die Seele zu wiegen. Im Moment des Ablebens verzeichneten die „Wissenschaftler“ einen nicht zu erklärenden Gewichtsverlust bei den Sterbenden, im Mittel von rund 21 Gramm. Der Versuchsaufbau bei derartigen Experimenten war aber stets – zumindest – suboptimal. Solche Ergebnisse lassen sich bei einem wissenschaftlich einwandfreien Versuchsaufbau jedenfalls nicht erzielen.

Ein anderer Versuch ist die sogenannte Nahtodforschung. Hier versucht man Nahtoderlebnisse in einen wissenschaftlichen Kontext zu setzen. Eine Seele müsse es alleine deshalb geben, weil die schiere Masse an solchen Ergebnissen sich stets ähneln würde. Dem ist auch so. In aller Regel folgt auf einen langen Gang mit einem hellen Licht am Ende eine schöne Vorstellung, etwa von einem Strand oder aber einem Waldstück. Auch hier ist die Hirnforschung bereits vorangeschritten, die Entzauberung scheint perfekt. Das Licht entsteht durch eine Verengung des Blickfeldes, resultierend aus der vermehrten Ausschüttung von Glückshormonen. Logisch, denn die Natur setzt den Menschen beim Ableben nicht unter zusätzlichen Stress. Ähnliches lässt sich z.B. bei extremen Schmerzen nachweisen. Gleiches Erklärungsmuster bei den schönen Vorstellungen: Beim Ableben werden Halluzinogene freigesetzt. Wir erinnern uns an schöne Erlebnisse, Vorstellungen oder Träume.

Der Mensch mit seinen Wesenszügen ist die Seele – und zugleich Teil seiner neurobiologischen Anatomie. Stirbt das Gehirn, stirbt das Bewusstsein: Stirbt der Mensch. So jedenfalls der überwältigende Teil der Wissenschaft. Alles andere ist ein schöner Gedanke – in seiner Begründbarkeit aber ähnlich logisch, wie etwa der Glaube an Feen oder Drachen. Selbstredend aus einer wissenschaftlichen Perspektive. Glaube heißt deshalb Glaube, weil es eben nicht beweisbar ist.

Gott – Ursache und Wirkung einmal umgedreht

Die Idee ist so alt wie die Menschheit: Eine höhere Intelligenz, ein himmlisches Wesen, kurzum ein Gott hat uns erschaffen – oder Götter, je nach Kultur oder religiöser Ausprägung. Dabei wird in aller Regel von einem „intelligenten Design“ ausgegangen, wie es beispielsweise im Buch Genesis der Bibel nachzulesen ist.

Ich habe mir einmal darüber Gedanken gemacht, wie es wäre, wenn man den Spieß einfach einmal umdreht. Was wäre, wenn die evolutionären Theorien der modernen Biologie in der Summe Recht hätten? Soweit wir wissen ist der Mensch das einzige Lebewesen auf der Erde, das über einen Glauben beziehungsweise die Möglichkeit zu einem Glauben an Gott verfügt. Weiter davon ausgegangen, dass der Mensch tatsächlich durch die Selektion von zufällig auftretenden Mutationen (vgl. Charles Darwin) entstanden ist, dann wäre dies in Kombination mit dem zuvor Genannten eine sehr interessante Theorie.

Die Idee ist, dass Gott das Resultat des kollektiven Glaubens einer ganzen Masse von Menschen, verteilt über dutzende Generationen, ist. Gott wäre also das Produkt der Energien, die aus dem Glauben an sie/ihn freigesetzt worden sind. Quasi das Ergebnis eines religiösen Urknalls, resultierend aus der evolutionären Entwicklung „Mensch“.

Dabei meine ich keineswegs den zurecht von Immanuel Kant kritisierten Gottesbegriff, das Gott alleine schon deshalb existiere, weil er in den Köpfen der Menschen vorhanden sei. Nein, ich meine ein real existierendes Wesen – gebunden an den Glauben der Menschen, der quasi ihre/seine Batterie ist.

Eine interessante Überlegung wie ich finde, die es weiterzuentwickeln wert ist.