Matthaeus 6:19-21

„Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, da sie die Motten und der Rost fressen und da die Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, da sie weder Motten noch Rost fressen und da die Diebe nicht nachgraben noch stehlen. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.“ Matthaeus 6:19-21

Mein Lebensmotto findet sich im für mich wichtigsten Buch der Welt: Der Bibel. Wir leben gegenwärtig in einer Leistungs- und Eigentumsgesellschaft, in der oft die in meinen Augen falschen Werte vermittelt werden. So sammeln viele Menschen „Schätze“, die sie eigentlich nicht brauchen und die nicht wirklich zweckmäßig sind, nur, um der Gesellschaft beispielsweise den eigenen (vermeintlichen) Status zu vermitteln.

Man erkennt diese Fehlentwicklung auch daran, dass häufig die zweite Frage beim ersten Kennenlernen ist, was die Person denn beruflich so macht. Es wird also nicht nach dem Menschen selbst, Hobbys, der Familie oder wichtigen Ansichten gefragt, sondern nach dem Beruf. Oft wird der Mensch dann anhand seines Berufes in eine Schublade gesteckt. Heute gilt man ohne Abitur nichts mehr, ebenso verhält es sich beim Studium.

Das ist in meinen Augen eine traurige und fatale Fehlentwicklung. Wichtig ist der Mensch. Weder sein Status, noch sein Beruf oder seine Habe sind es, sondern der Mensch hinter der Person ist das Entscheidende.

Für mich geht es meinem Leben nicht darum, dass ich möglichst viele Dinge ansammel, wohlklingende Jobtitel habe oder jedes Turnier in meinen Hobbys gewinne. Wichtig sind mir vielmehr eine charakterliche und philosophische Weiterentwicklung, Erkenntnis und eine fortschreitende Hinwendung zur Askese. Das ist ein kontinuierlicher Prozess und wie jeder andere Mensch auch, gelingt es mir nicht immer mich daran zu halten. Dennoch versuche ich mein Bestmögliches um hier immer besser zu werden. Besser im Sinne von „enthaltsamer“, „bescheidender“ sowie „weniger diesseitig“.

Ferner bin ich der festen Überzeugung, dass der Wandel einer extrinsisch motivierten Gesellschaft hin zu einer intrinsisch motivierten Gesellschaft ein großer Fortschritt wäre. Ich mache, was ich mache, weil ich es gerne tue, weil ich eine Sache voranbringen möchte. Es gibt beispielsweise in den USA inzwischen Unternehmen, bei denen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fast das gleiche Gehalt erhalten, bis hin zum CEO, die aber gezielt nur Leute einstellen, die sich der Sache hinter dem Unternehmen verschrieben haben. Die also das Unternehmen, eine Idee und eine Vision voranbringen wollen. Das Gehalt richtet sich dabei nach einem Glücksindex, also der wissenschaftlich definierten Gehaltsschwelle, die notwendig ist, um einen Menschen materiell abzusichern und ihm ein angenehmes Leben zu ermöglichen – ganz ohne Prunk und Protz. Ich halte derartige Konzepte für zukunftsweisend: Man gibt sein Bestes, weil man davon überzeugt ist – nicht, weil man möglichst viel Geld anhäufen möchte.

Das findet man dann auch im ehrenamtlichen Engagement, dass in meinen Augen „noch oben drauf“ kommen sollte.

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