Gehackte Accounts

Neulich schrieb mich der Steam-Account eines Freundes an, mit beleidigenden und diffamierenden Äußerungen. Zunächst irritiert, wurde mir schnell klar, dass diese Äußerungen nicht von meinem Freund stammen können. Ich habe ihn auf seinem Handy angerufen. Sein Steam-Account wurde gehackt und der Hacker hat an alle seine Kontakte Nachrichten geschickt, um seinem Ruf zu schaden. Wer dahinter steckt ist in Klärung.

Ich habe mich dann aus Interesse ein bißchen mit Statistiken und Daten zu dem Thema befasst. Täglich werden 600.000 Facebook-Accounts gehackt. Manchmal werden gar ganze Datenbanken abgegriffen, 2014 zum Beispiel 16 Millionen E-Mail Accounts in kurzer Zeit.

Die Gründe hierfür sind mannigfaltig: Erpressung, Betrügereien, Rufmord, Identitätsdiebstahl, Trolling und so weiter.

Als jemand, der aufgrund seiner Autorentätigkeit sowie e-Sports Zeit in einem gewissen Maße in der Öffentlichkeit steht, bitte ich daher alle meine Kontakte mich bei jeder „Merkwürdigkeit“ sofort zu informieren. Beleidigende, diffamierende, betrügerische, etc. Nachrichten und Inhalte stammen mit einer 100%igen Sicherheit niemals von mir.

Vielen Dank im Voraus.

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Rückzug von allen Wettbewerben

Wie einige vielleicht wissen, war ich lange Zeit jemand, der gerne wettbewerbsorientiert seinen Hobbys nachgegangen ist. Ich kann hier auf eine schöne und erfolgreiche Zeit in unterschiedlichen Hobbys zurückblicken, etwa dem Sport (Tennis, Handball, Schach, e-Sports), dem Gaming als auch den Tabletops.

Letztere waren neben dem e-Sports und dem Gaming bis vor Kurzem das letzte Hobby, in denen ich Wettbewerbe bestritten habe. Aufgrund einer philosophischen und theologischen Neuausrichtung meinerseits, ist das wettbewerbsorientierte Spielen in den vergangenen Jahren aber immer weniger geworden.

Vor wenigen Monaten habe ich mein letztes Tabletop-Turnier bestritten:

Fortan werde ich persönlich an keinerlei Wettbewerben (Turniere, Ligen, etc.) mehr teilnehmen. Allerdings werde ich meine Erfahrungen und Ideen an jüngere Menschen weitergeben, beispielsweise als Leiter des Caelesti Tabletop-Clubs.

Irgendwann musste einmal der vollständige Schnitt zur hobbytechnischen Neuausrichtung meinerseits vollzogen werden – was ich hiermit tue.

Meine Bücher – Lesermeinungen und Pressestimmen

Ich möchte diesen Blog für ein Resümee meiner unter eigenem Namen und vollkommen selbst verfassten Bücher nutzen. Hierzu möchte ich ohne weiteren Kommentar Leser/-innen und Medien zu Wort kommen lassen, die sich etwa auf Amazon geäußert haben.

Gedanken eines Rastlosen

„Nach dem erstmaligen Überfliegen des Buches musste ich feststellen, dass man sich für dieses Buch viel Zeit nehmen muss. Die Inhalte sind sehr komplex, was das Lesen des Buches erschwert – auch, wenn der Autor, wie im Buch beschrieben, bewusst versucht hat eine einfache Sprache zu wählen. Da ich mich bisher nur sehr rudimentär mit Philosophie beschäftigt habe, war der Einstieg in die Materie nicht einfach. Allerdings schafft es der Autor den Leser auf seinem Gedankenweg mitzunehmen. Stets werden historische und sachliche Zusammenhänge erläutert und es wird nachvollziehbar deutlich, was der Autor mit welcher Theorie beabsichtigt.

Empfehlen würde ich das Buch allen Menschen, die beim Lesen gerne nach- und mitdenken und sich gleichzeitig für komplexe Themengebiete interessieren. Denn von Philosophie, über Theologie bishin zur Politik werden alle Geistes-, Wirtschafts- und Politikwissenschaften behandelt. Herausragend ist, dass der Autor eigene Theorien entwickelt. Dies hebt das Buch vom Einheitsbrei der modetrendischen Philosophiebücher ab. Deswegen kann ich auch über den einen oder anderen Formatierungs- und Tippfehler hinwegsehen, welche im Buch wirklich sehr selten vorkommen – gerade für ein Buch eines Jungautoren.

Fazit: Tiefgründig, facettenreich, empfehlenswert.“
Amazon-Kunde, 2010

„Ein tolles Buch mit vielen Facetten, vor allem im Hinblick auf Religion, Philosophie und Politik.

Generell kann ich das Buch jedem weiterempfehlen, der gerne weiter als bis zur nächsten Ecke denkt.“
Amazon-Kunde, 2017

„[…] Der Autor mag hier das Wort „Glaube“ bewusst vor das Wort „Wissen“ gestellt haben. Als jemand, der promoviert hat und in der Chemieindustrie im Bereich der Forschung arbeitet, kenne ich die Halbwertszeit von „Wissen“. Glaube hingegen erscheint beständig: Durch alle Kulturen, Staaten, Generationen und Philosophien, selbst solchen die atheistisch sind.

Der Autor fängt dies sehr gut ein. Er bleibt sachlich, wird an den richtigen Stellen subjektiv ohne zu vergessen auf dies hinzuweisen. Gleichzeitig schreibt er verständlich. Klare Kaufempfehlung eines Buches, dessen „Ganzes“ größer ist als die „Einzelteile“ (siehe Buchrücken).“
Erwin G. (Hamburg), Lehmanns-Kunde, 2016

Bildschirm-Athleten

„[…] Wer hingegen tiefgreifendere Informationen haben möchte, der kommt an Timo Schöber’s Werk Bildschirm-Athleten – Das Phänomen e-Sports nicht vorbei. Hier wird nämlich nicht nur ausführlich erklärt, was e-Sport überhaupt ist und was dort gemacht wird, er erzählt auch aus erster Hand, wie es ist e-Sportler zu sein und erklärt, wie es im Inneren des e-Sports-Universums aussieht. Wie ist er aufgebaut, wie finanziert er sich eigentlich und welches Standing hat er hier und in anderen Ländern? All dies wird genauestens erklärt, wie es nur jemand machen kann, der selbst jahrelang Teil des Systems war. Und obwohl der Autor dabei sehr tief in die Materie geht und zahlreiche Zahlen und Daten präsentiert, schafft er es dabei doch stets, all dies immer so zu erklären, dass auch vollkommene e-Sport-Neulinge alles auf Anhieb verstehen. Aufgrunddessen und der Tatsache, dass der Autor auch nicht davor zurückschreckt, die dunkle Seite dieses Sports aufzuzeigen, ist Bildschirm-Athleten – Das Phänomen e-Sports für mich persönlich das wichtigste deutschsprachige Werk, dass es momentan zum Thema e-Sport gibt.“
Stefan Heppert, Chefredaktion von Splashgames.de, 2018

„[…] Auch der Flensburger Timo Schöber […] spielte selbst auf hohem Niveau und hat nun sogar ein Buch mit dem passenden Titel ‚Bildschirm-Athleten‘ zum Thema geschrieben. Auf über 500 Seiten […] bringt er uns den e-Sports näher […]“
TNS SPORTS, Ausgabe Jul/Aug 2018, Seite 5

„Dieses Buch gibt einen sehr guten Überblick in die Welt des eSports – für Laien und Profis gleichermaßen interessant und sehr gut geschrieben. […]“
Amazon-Kunde, 2018

„[…] Für mich ist das Buch rundum gelungen und es dürfte auf lange Sicht ein Fundament der deutschen und internationalen E-Sport Landschaft sein. Ganz klar das aktuelle Standardwerk zum Thema!“
Amazon-Kunde, 2018

„Ein hervorragendes und längst überfälliges Buch.“
jpc-Kunde, 2018

Himmlisch kleiner Schein

„Das Buch, oder vielmehr Büchlein, enthält tolle, nachdenkliche und vor allem viele sehr christliche Gedichte. Darüber hinaus auch Lyrik aus anderen Bereichen, etwa dem Leben im Allgemeinen oder ein Anti-Kriegs-Gedicht.

Mir haben die Gedichte durchweg gut gefallen.“
Amazon-Kunde, 2017

„Endlich mal ein Buch, das Lyrik enthält, vor allem einige theologische Werke. Das findet man dieser Zeit eher selten.

Die Gedichte sind nicht zu lang und trotzdem stark. Einige sind natürlich stärker als andere, aber insgesamt hinterlässt das Buch einen sehr positiven Eindruck“
Amazon-Kunde, 2018

Das hypothetische Weltgericht im Jetzt

„Der Titel des Buches ist etwas überzogen, aber der Inhalt bringt es auf den Punkt: Soll und Ist stehen in keinem guten Verhältnis zueinander.

Ich bin erstaunt, wie der Autor es schafft, trotz seiner offensichtlichen Intention hinter dem Buch, weder zu werten noch zu missionieren. Er bleibt, außer im Nachwort, sehr sachlich.

Kurz: Christsein mit gesundem Menschenverstand. Gerne mehr davon.“
Amazon-Kunde, 2017

Vielen Dank für die netten Rezensionen und Kommentare sowie das Lesen des Buches.

Minimalismus – Konsumverzicht – Askese

Das einfache Leben liegt im Trend. Viele Deutsche haben erkannt, dass der wahre Luxus unserer Zeit nicht Geld oder daraus finanzierte Dinge sind – sondern die Zeit selbst. Denn, was nutzt einem alles Geld der Welt, wenn man keine Zeit mehr hat, um etwas mit der Familie zu unternehmen, Hobbys zu betreiben, Freundschaften zu pflegen oder zu reisen?

Grundsätzlich sehe ich Trends eher kritisch. Für mich ist das immer nur das kurzfristige Aufkeimen einer Idee, die langfristig dann wieder verworfen, vergessen oder ersetzt wird. Auf diesen Trend möchte ich aber dennoch eingehen, weil er in Teilen meine eigene Lebensentscheidung widerspiegelt, die ich seit einigen Jahren pflege.

In Sachen Materialismus bedeutet das, dass mir die weltliche Habe nicht wichtig ist. Ich konnte noch nie etwas damit anfangen, wenn Menschen sich Statussymbole oder andere unnütze Dinge kaufen. Beispielsweise habe ich nie verstanden, warum ein „Städter“ etwa einen riesigen Jeep fahren muss. Warum ein 3-Personen-Haushalt in einem 150 Quadratmeter-Haus auf drei Etagen wohnt. Weshalb man sich eine Armbanduhr kauft, die 10.000 Euro kostet. Das hat sich mir immer verschlossen. Vielleicht, weil ich gar nicht den Drang habe dem eigenen Status mit materiellen Nichtigkeiten Ausdruck verleihen zu wollen.

Darüber hinaus ist unsere Konsumgesellschaft an vielen weiteren Stellen ohnehin kritikwürdig. Der durchschnittliche Deutsche kauft zum Beispiel 60 Kleidungsstücke pro Jahr, von denen er 12 nur einmal anzieht und dann entweder einmottet, wegwirft oder weitergibt. Andere Kleidungsstücke wandern gar komplett ungetragen in die Tiefen des Kleiderschrankes. Ein anderer Punkt ist, dass viele Menschen ausschließlich Markenkleidung kaufen. Es gibt dazu sehr erhellende Statistiken. So kann ein Pullover 20 Euro kosten und in der Qualität besser und fairer hergestellt worden sein, als ein Markenpullover für 80 Euro, bei dem man eigentlich nur irgendein Markensymbol bezahlt, das dort aufgedruckt oder aufgenäht ist. Ähnlich verhält es sich mit Smartphones. Warum kaufen Menschen ein iPhone für 1000 Euro, wenn es Smartphones für 150 Euro gibt, die mehr können, weiterentwickelt, zuverlässiger und leistungsfähiger sind?

Das sind nur ein paar Beispiele von vielen. Kritik in diese Richtung birgt immer die Gefahr, dass dem Kritiker Neid vorgeworfen wird. Daher ist es mir wichtig, dass auch ich diese Kritik äußere. Ich könnte mit meinem beruflichen Lebenslauf in materialistischer Sicht viel mehr, ich möchte nur einfach nicht. Richard David Precht hat einmal gesagt, dass der Erwerb weltlicher Dinge als Verlängerung des eigenen Egos fungiert – je kleiner das Ego, je größer der Drang nach Besitz. Im Grunde trifft er damit ganz gut den Punkt, verallgemeinert aber auch zu sehr. Es gibt mit Sicherheit viele Menschen, die sich teure Besitztümer leisten, weil sie das (vermeintlich) Schöne schätzen. Ich würde das, im Gegensatz zu Precht, also nicht derartig herabwürdigen, nur, weil der Lebensentwurf dieser Menschen anders ist als meiner.

Askese beschränkt sich, zumindest bei mir, aber nicht nur auf Eigentum und Besitz, sondern auch auf Erfolg. Sehr deutlich erkennt man das an meinen Hobbys. Früher wollte ich immer und überall gewinnen. Jede Liga, jedes Turnier, jeden Award. Das war (und ist) einfach ein Teil meiner Persönlichkeit. Inzwischen ruht dieser Teil in mir aber. Ich habe erkannt, dass das Streben nach weltlichem Erfolg sehr ähnlich verläuft wie das Streben nach Besitz – und im Grunde ist dieses Streben am Ende vergebens, weil alles Weltliche endlich ist.

Diese bewusste Askese trotz der Möglichkeit zu Reichtum und Erfolg mag ein ungewöhnlicher Lebensentwurf sein. Er macht, zumindest mich, aber sehr glücklich. Vor allem, wenn man diese Philosophie mit dem Wirken für andere verbindet. Ich denke auch, dass beispielsweise die zunehmende Zahl psychischer Erkrankungen in der Bevölkerung, die Überbelastung der Menschen als auch das wirtschaftliche Gefüge deutlich machen, dass es so, wie es jetzt ist, nicht mehr lange weitergehen können wird. Vielleicht wird die Idee der Askese also irgendwann mehr zur Regel als zur Ausnahme. Ich bin gespannt!

Der Weg: Matthaeus 6:19-21

Wie hier nachzulesen ist, stammt mein Lebensmotto aus der Bibel und lautet wie folgt:

„Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, da sie die Motten und der Rost fressen und da die Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, da sie weder Motten noch Rost fressen und da die Diebe nicht nachgraben noch stehlen. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.“
Matthaeus 6:19-21

Damit ist auch ein Weg zur diesseitigen Askese gemeint. Ein kontinuierlicher Prozess, der für einen Menschen wohl nie ganz abzuschließen sein wird. Ich ertappe mich selbst manchmal dabei, dass ich doch wieder versuche Schätze auf Erden zu sammeln, indem ich etwa Erfolge nach Außen kommuniziere.

Wobei ich bei dem Prozess einer asketischen Lebensweise, auf vielerlei Ebenen, bereits große Fortschritte gemacht habe. Es wird stets immer mehr des Wenigen und immer weniger des Vielen.

Ich schreibe diesen Beitrag, weil ich Menschen, die mich kontaktiert haben, auch auf ihrem Weg ermutigen möchte: Es ist ein langer Prozess, der häufiger auch Rückschritte oder ungewollte Verhaltensmuster aushalten muss. Niemand ist perfekt und der Weg hat in diesem Sinne kein Ziel, das es zu erreichen gilt, weil er jeden Tag aufs neue beschritten werden muss.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Euch alles Gute auf diesem Weg.

Mein Weg aus der CDU

Ich bin ein demokratie-begeisterter Mensch. Das System hat seine Schwächen, bedarf einer Reform und ist an vielen Stellen behäbig, aber es gibt kein anderes politisches System, das man erprobt hätte und das besser gewesen wäre. Die Demokratie hat Wohlstand, Sicherheit und die gesellschaftliche Partizipation der meisten in ihr lebenden Menschen gebracht. Sie hat die Völker des Westens einander näher werden lassen. Das neue Europa, die Gleichstellung der Frau und freiheitliches Denken und Handeln sind unmittelbare Produkte der Demokratie und/oder Voraussetzung dieser. Errungenschaften auf die wir mit Stolz blicken können.

 

Darum bin ich „damals“ politisch aktiv geworden, erst ohne, später mit Parteibuch. Ich wollte dieses Menschheitsgeschenk weiter voranbringen. Ihm Stärke und Ausdruck verleihen. Menschen sollten die Gemeinsamkeiten mehr zu schätzen wissen, als vor dem Trennenden Angst zu haben. Gleichzeitig wollte ich mich für den Erhalt alter und bewährter Werte stark machen. Für die Ehe zum Beispiel. Für unsere Kultur und Identität. Für die positive Wahrnehmung und die Leistungen der Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr. Für den Wirtschaftsstandort Deutschland mit seinen Alleinstellungsmerkmalen.

 

So habe ich meine Meinungen vertreten, öffentlich und in zahlreichen Diskussionen. Dabei immer mit einem offenen Ohr für den Gegenüber und seine Anliegen, Ideen und Impulse. Ich habe die Demokratie im Kern immer als eine lebhafte Diskussion verstanden. Eine Diskussion, bei der man sich auf die Aussagen der Menschen verlassen konnte. Auf ihre Grundhaltungen und Prinzipien.

 

Also wollte ich meinem politischen Streben nach Fortschritt, bei gleichzeitigem Erhalt des in meinen Augen Guten, Nachdruck verleihen, indem ich in eine Partei eingetreten bin, die ich bisher bei jeder Wahl gewählt hatte. Ich bin konservativ, wirtschafts-liberal und überzeugter Christ. Die CDU war also die richtige Wahl. So dachte ich.

 

Die ersten Monate waren erfreulich. Ich hatte schnell Verantwortung in der JU Flensburg erhalten, an gemeinschaftlichen Aktivitäten teilgenommen und etwas später habe ich an einem Landtagswahlkampf mitgewirkt. Voller Überzeugung. Für eine gute Kandidatin, die ich auch heute noch schätze. Leider ging die Wahl verloren. Nicht schlimm. Wir hatten unser Bestes versucht und sind in einer eher sozialdemokratisch geprägten Region nicht belohnt worden. Das war schade, aber in Ordnung.

 

Dann folgten auf lokaler Ebene Aktionen und Reaktionen, auf die ich nicht näher eingehen möchte, die aber meine Befürchtungen hinsichtlich der politischen Parteien in Deutschland bestätigt, an einigen Stellen gar verstärkt haben. Ich bin nicht blauäugig in die CDU eingetreten. Ich bin durch meine dortige Arbeit auch nicht desillusioniert worden. Aber im Grunde sind einige der Punkte bestätigt worden, die ich schon lange an der Demokratie kritisiere.

 

Später bin ich aus der JU ausgetreten. Für die CDU machte ich nur noch wenig und wenn dann eher medial. An Wahlkämpfen nahm ich nicht mehr teil. Auch Parteitagen und Weihnachtsfeiern blieb ich fern. Die Briefe und die Post, die ich von der CDU erhielt, las ich zwar noch, aber nur überflogen. Ich war mir unsicher, ob ich in der Partei bleiben soll. Einerseits wollte ich wieder mitwirken, andererseits war (und bin!) ich nicht bereit meine Prinzipien aufzugeben. Wenn ich etwas sage, dann stehe ich dazu – komme was wolle. Dabei bin ich durchaus bereit zu Kompromissen oder zum Überdenken, wenn ich gute Argumente höre, aber eben nicht bis zur völligen Selbstaufgabe, um Macht, Geld oder Posten zu generieren.

 

Es folgten dann auf Bundesebene viele Seltsamkeiten, die für mich nichts mehr mit einer in Teilen konservativen und wirtschafts-liberalen Partei zu tun haben. Auch auf kommunaler Ebene wurde es „komisch“, so stellten in Flensburg CDU, SPD und Grüne eine gemeinsame Kandidatin (SPD) für die Oberbürgermeisterwahl auf, gegen die wir von der CDU noch wenige Jahre zuvor einen Landtagswahlkampf geführt hatten. Teile der CDU und die FDP hatten den Mut sich dem entgegenzustellen, scheiterten aber aufgrund der zahlenmäßigen Überlegenheit von eineinhalb Volksparteien und den Grünen.

 

Es folgte auf Bundesebene die Aufgabe weiterer konservativer Werte, darunter auch christliche Prinzipien und Glaubensanker.

 

Dann kam das Jahr 2018. Bundeskanzlerin Angela Merkel attestierte der SPD zuvor noch Folgendes: „Es ist offenkundig, dass die SPD auf Bundesebene auf absehbare Zeit nicht regierungsfähig ist“. Das war im Oktober 2017. Vier Monate später ist die GroKo von Seiten der CDU beschlossene Sache. Gleiches Bild bei der SPD. Martin Schulz, SPD-Parteivorsitzender, sagte noch im November 2017 über die GroKo: „Eine klarere Absage an ein Bündnis kann es gar nicht geben“. Drei Monate später legt er gemeinsam mit der CDU einen Koalitionsvertrag vor.

 

Um es kurz zu halten: Die CDU und die SPD haben beide massiv durch die Bundestagswahl 2017 verloren. Beide Parteien befinden sich (fast oder ganz) auf einem historischen Tiefststand. Gleiches gilt für die CSU. Die GroKo wurde abgewählt – und das deutlich. Jetzt kann man lamentieren, dass sie gemeinsam trotzdem noch groß genug sind um zu regieren. Aber ist das der Anspruch der (ehemals) großen deutschen Volksparteien CDU und SPD? Ist das ein lohnenswertes Ziel? Gleichzeitig ist die CDU immer noch die stärkste Partei in Deutschland. Trotzdem liest sich der Koalitionsvertrag so, als hätten CDU und SPD die selben Prozentzahlen geholt. Von der CSU ganz zu schweigen. Für den Machtgewinn und -erhalt von Frau Merkel sind bereits zuvor Köpfe gerollt (Merz, Koch, Rüttgers, etc.) und Prinzipien aufgeben worden. Der neue Koalitionsvertrag war das negative i-Tüpfelchen.

 

Das war mir dann zu viel. Meine praktische Erfahrung hat mir gezeigt, dass die Veränderung einer Partei von innen heraus äußerst schwierig ist, wenn man bestimmte Leitlinien hat, nicht auf Macht aus ist und gleichzeitig offen und ehrlich agiert. Machtspielchen, Pöstchen-Geschacher und Unehrlichkeiten waren nie meins und werden es auch nie sein. Die CDU hat mich enttäuscht und ihren Kern in meinen Augen in weiten Teilen verraten. Gleichzeitig habe ich keine Lust mehr auf diese Unehrlichkeiten und dieses ständige Hin und Her. Wenn man mal etwas gesagt und beschlossen hat, dann sollte man sich auch daran halten.

 

Das war aber nur der letzte Tropfen in ein Fass der parteipolitischen Unzufriedenheit und Entmutigung.

 

Ich werde mich weiterhin politisch engagieren, vor allem auch im Tierschutz, der Wirtschaftspolitik und dem gesellschaftlichen Wir-Gefühl. Aber ohne Parteibuch. Das hat sich erst einmal für eine lange, lange Zeit erledigt. Vielleicht komme ich diesbezüglich zurück, wenn wir in Deutschland wieder glaubhafte Politiker wie Adenauer, Erhard, Brandt, Schmidt oder Genscher haben. Vielleicht.

 

Dennoch möchte ich allen ehemaligen Parteifreunden danken, die aufrecht ihre Arbeit machen und sich für die Region, das Land oder den Bund einsetzen. Ich habe auch viele solcher Menschen getroffen. Aufrechte Demokraten, mit wahren Worten und einem ehrlichen Herzen. Danke für die Zeit und die Gespräche, sowie die gemeinsamen Erlebnisse. Ich denke, dass man sich auch ohne Parteibuch weiterhin verbunden bleiben wird.