Der Echo 2018

Beim diesjährigen Echo haben unter anderem zwei Rapper einen Preis gewonnen. Ausgezeichnet wurden diese beiden Herren, obwohl ihre Texte eindeutig antisemitische, schwulenfeindliche und gewaltverherrlichende Inhalte vermitteln.

 

Gerechtfertigt wird dies in Deutschland mit der „künstlerischen Freiheit“, gemäß Art. 5 (3) GG: „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.“

 

Geschaffen worden ist dieses Gesetz unter anderem im Hinblick auf die Verbrechen des Nationalsozialismus‘, als Kunst stark beschränkt worden ist und es zur Definition der sogenannten „entarteten Kunst“ gekommen war. Der Artikel des Grundgesetzes soll dafür sorgen, dass es in Deutschland nie wieder zu derartigen Repressionen gegen Kunstschaffende kommen wird. Ein ehrenhaftes und gutes Vorhaben.

 

Was aber, wenn die „künstlerische Freiheit“ missbraucht wird, um Inhalte zu vermitteln, vor denen das Grundgesetz doch eigentlich schützen soll? Kollegah und Farid Bang, also die umstrittenen Echo-Gewinner 2018, sind nicht die ersten Rapper, bei denen – in meinen Augen – strafrechtlich relevante Texte veröffentlicht wurden und die dennoch mit einem wichtigen Preis ausgezeichnet worden sind. So hat Bushido beispielsweise einen Bambi für Integration erhalten, obwohl er immer wieder mit etwa homophoben und gewalttätigen Texten auffällt.

 

In meinen Augen kann und darf die „künstlerische Freiheit“ keine Rechtfertigung dafür sein, dass Künstler, oder solche, die es sein wollen, alles äußern dürfen. Viele Rap-Texte sind beleidigend, antisemitisch, frauenverachtend, schwulenfeindlich, gewaltverherrlichend, bedrohlich und/oder hasspredigend. Die Autoren und die Verbreiter solcher Texte gehören nicht mit Preisen ausgezeichnet, sondern vor ein Gericht gestellt. Auch „Kunst“, wie auch immer man diese definieren möchte, darf nicht alles.

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