Front

Nun liegst du da, du armes Leben,
für die Heimat, fast alles geben,
dieser Graben, dein letzter Ort,
oder nicht, drum rennst du fort,
einmal noch, vorwärts Junge,
die Kugel kommt, sie trifft die Lunge,
taumelst, fällst, Blut in der Luft,
schmeckst das Eisen, riechst den Duft,
die Front dort drüben ist nicht fern,
du stirbst, für die Heimat immer gern.

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Eltern

Die größte Liebe, der höchste Berg,
das schönste Meer, des Meisters Werk,
die reinste Luft, der stärkste Arm,
das weite Land, ein Ort – ganz warm.

Der tiefste Fluss, die größte Wonne,
das weichste Bett, die hellste Sonne,
der ruhigste Schlaf, das wahre Wort,
wo auch immer, niemals fort.

Immer da, wenn man sie bräuchte,
das weise Licht, die helle Leuchte,
Eltern stehen für Liebe, Freud und Rat,
für Weisheit, Wärme und die gute Tat.

Freiheit

Freiheit, Freiheit schallt es aller Orten,
der Ruf spricht, mit lauten, wahren Worten,
nicht verzagend, sondern stramm und klar,
Freiheit, welch Wonne! Wie wunderbar!

Freiheit, Freiheit erklingt es hoch vom Turm,
auf die Straße, alle – auch der letzte Wurm,
kämpfe, schreie, marschiere, weine, leide,
das zarte Band der Freiheit, fein wie Seide.

Freiheit, Freiheit singt es in den Gassen,
nie mehr, nie mehr aus unseren Händen lassen,
drum soll der Chor der Freiheit laut erschallen,
bis in die Despoten letzten, zersetzend Hallen.

Vergänglicher Schimmer

Der Mensch, stets strebend, wollend immer,
wie der Hauch der Flamme letzten Glimmer,
das Ende erreichend, flehend: nimmer, nimmer!
Erhascht es doch, welch vergänglich Schimmer.

Sitzt jauchzend, darbend vor dem letzten Schein,
der Mensch, das gehend Tier, vermeintlich rein,
stets das Erdenrund erblickend, oh mein, oh mein!
Doch die Antwort auf das Bitten ist ein klares: Nein!

Drum rühme er sich seiner guten, wohlen Taten nicht,
im Auge der Welt, dem Ende aller Zeiten irdisch Wicht,
strahlend ist nur das himmlisch, das wahrlich Licht,
ach, mein Leben, mein Sterben – welch zynisches Gedicht.