Deutscher Qualitätsjournalismus – Der Fall Relotius

Der deutsche Journalist Claas Relotius hat über Monate hinweg Geschichten erfunden und fiktive Figuren erschaffen, um diese dann als Tatsachenberichte und Reportagen zu veröffentlichen – und das nicht irgendwo, sondern beim Print- und Online-Giganten Spiegel.

Erschwerend hinzukommt, dass er die Artikel oft für propagandistische Zwecke im Sinne politischer Strömungen genutzt hat, vor allem aber auch, um etwa gegen die Politik von Donald Trump oder den Kurdenkonflikt zu argumentieren.

Besonders bedenklich ist dies nicht nur, weil derartige Fälschungen es in ein Magazin vom Format eines Spiegels geschafft haben – und das wäre eigentlich schlimm genug – sondern, weil derartige Vorkommnisse Wasser auf die Mühlen der „Lügenpresse“-Schreihälse sind.

Auch fragt man sich, wie der deutsche Journalismus im Allgemeinen funktioniert. Schließlich hat Relotius für seine Arbeiten den „Peter-Scholl-Latour-Preis für die Berichterstattung über das Leid von Menschen in Krisen- und Konfliktgebieten“ erhalten.

Wir sprechen hier also von Fälschungen eines preisgekrönten Journalisten, der unter anderem für den Spiegel, den Cicero, die taz, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und die Financial Times Deutschland geschrieben hat. Wenn so jemand seine Artikel fälscht, schönt oder gar komplett erfindet und es diese Fiktionen dann als Reportagen in einen Spiegel schaffen, dann fragt mich sich schon, was denn noch so alles falsch veröffentlicht worden ist – und das, wie ich, als jemand der eigentlich viel vom deutschen Journalismus hält. Das ist der eigentliche Schaden, den Herr Relotius angerichtet hat.

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Buchtipp: Eisenhorn-Triologie (Warhammer 40.000)

Wer Tabletops kennt oder spielt, dem ist auch Warhammer 40.000 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Begriff – und wer Warhammer 40.000 kennt, der weiß vermutlich auch um die Eisenhorn-Bücher.

Geschrieben sind die Bücher von Dan Abnett, meinem persönlichen Lieblingsautor, wenn es um Sci-Fi geht. Die Gaunts-Geister Reihe, Der Aufstieg des Horus, Alpha Legion oder Pariah sind herausragende Werke des Warhammer 40.000-Universums und auch darüber hinaus. Mein Favorit der Abnett-Bücher sind aber bei Weitem die Eisenhorn-Romane.

Die Bücher drehen sich um den Inquisitor Gregor Eisenhorn, der sich vielerlei Herausforderungen und Gefahren gegenübersieht, vielschichtige Beziehungen zu anderen Charakteren aufbaut und dabei gegen seinen inneren Dämonen (im wahrsten Sinne des Wortes!) kämpfen muss. Dabei verwickelt er sich immer mehr in ein Geflecht aus Lügen, Täuschungen und Fallen seiner Gegenspieler. Besonders sein Wandel zum Radikalen ist dabei Kern der gesamten Reihe.

Um nicht zu spoilern, möchte ich natürlich nicht zu viel verraten. Wer auf extreme Spannungsbögen, tolle Charakterentwicklungen sowie eine packende Story steht und gleichzeitig mit dem Warhammer 40.000-Universum etwas anfangen kann, der kommt an Eisenhorn und seinen Gefährten nicht vorbei.

Ich schreibe im Übrigen bewusst Triologie und beziehe mich dabei auf die Bücher Xenos, Malleus und Hereticus. Das neuste Buch, namentlich Magos, kann ich noch nicht beurteilen.