Selektive Gleichberechtigung und Pseudo-Feminismus

Die Gleichstellung der Geschlechter ist eine der wichtigsten Errungenschaften der letzten 100 Jahre. Sie wäre vermutlich DIE größte Errungenschaft, wenn sie nicht unvollständig und selektiv wäre.

Suffragetten wie Emmeline Pankhurst und Emily Davison haben Anfang des 20. Jahrhunderts den Grundstein dafür gelegt, dass Frauen bis heute die gleichen Rechte erhalten haben wie Männer – und das nicht nur im juristischen Sinne, sondern auch gemäß gesellschaftlicher, beruflicher und sportlicher Aspekte.

Ging es den wahrhaftigen Feministinnen der frühen Frauenrechtsbewegung noch um eine echte Gleichstellung der Geschlechter, hat man gegenwärtig den Eindruck, dass es mehr um eine Bevorteilung der Frauen gehen würde. Denn heutige Feministinnen, besser gesagt Pseudo-Feministinnen, fordern immer nur dann eine Gleichstellung der Frau, wenn ihnen diese Gleichstellung zum Vorteil gereicht. Ich habe beispielsweise selten gehört, dass im Hinblick auf die inzwischen abgeschaffte Wehrpflicht Gleichberechtigung gefordert worden wäre. Ähnlich verhält es sich bei den Rechten von Mutter und Vater, wenn es um das Sorgerecht und den Unterhalt von Kindern geht, falls es zur Trennung der Eltern kommen sollte: In jedem zweiten Fall erhält die Mutter das alleinige Sorgerecht, nur in jedem achten Fall der Vater. Ohne gerichtliche Entscheidungen liegen alle Rechte vorerst ohnehin bei der Mutter. Will diese nicht, dass der Vater sein Kind sieht, dann geschieht dies auch nicht. Um Besuchsrechte zu erhalten, muss der Vater diese erst einklagen. Bezahlen dürfen (besser: müssen) die Väter hingegen für ihre Kinder schon, sie sehen aber nur mit der Zustimmung der Mutter.

Ein anderes Beispiel wären Quotenregelungen im Beruf. Geht es um Vorstandsposten, Stellen an Hochschulen oder andere prestigeträchtige und/oder gut bezahlte Stellen, dann wird schnell nach einer Frauenquote gerufen. Bei anderen Berufsbildern allerdings nicht. Das ist inkonsequent.

Ich bin jemand, der die vollständige und umfassende Gleichstellung beider Geschlechter fordert – überall und immer, ohne irgendeine Form der Ausnahme. Alles andere ist ein Hohn für jene, die die Rechte der Frauen wirklich erstritten haben. Es geht nämlich nicht nur um die Gleichstellung im Sinne der Rechte, sondern auch im Sinne der Pflichten.

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Genie und Wahnsinn – Martin Heidegger

Martin Heidegger, Philosoph mit dem Ziel einer denkerischen Grundlegung für ein neues Verständnis der Welt, gilt als einer der bedeutendsten Denker des 20. Jahrhunderts. Der aus Baden stammende Philosoph reiht sich in seiner Bedeutsamkeit für die Philosophie des 20. Jahrhunderts mit bei Größen wie Jean-Paul Sartre, Edmund Husserl oder Max Scheler ein.

Eine seiner Leitlinien und vorherrschenden Ideen war das Prinzip „Denken als Weg“. Dabei geht es nicht vorwiegend darum Antworten auf Fragen parat zu haben, sondern vielmehr den Prozess des Fragens selbst zu beleben. Das Fragen selbst sei Mittel gegen das Vergessen von Ideen, Prinzipien und Problemstellungen.

Übertragen kann man diese Art der philosophischen Auffassung insbesondere, wenn man sich mit Fragestellungen beschäftigt, die abschließend durch einen Menschen, aufgrund seiner kognitiven Beschränktheit, nicht geklärt werden können. Etwa die Frage nach dem Sein oder eine beweisende Herleitung vom „Prinzip Gott“. Das Denken legt auf seiner Reise einen Weg zurück, es ist eine sich bewegende Handlung, die nicht zwangsläufig einem abschließende Ziel unterworfen ist.

Darüber hinaus finden sich in Heideggers Wirken und Werken weitere interessante Ansätze, beispielsweise sein Verständnis von Wahrheit, die Auseinandersetzung mit der Kant‘schen Philosophie, Überlegungen zur Metaphysik oder aber auch Theorien zur Naturwissenschaft.

Wo viel Licht ist, ist oft aber auch viel Schatten. So war Heidegger von 1933 bis 1945 Mitglied der NSDAP, also der Nazi-Partei von Adolf Hitler. Darüber hinaus war er Mitbegründer des Ausschusses für Rechtsphilosophie im Jahre 1934, zu dessen weiteren Gründungsmitgliedern unter anderem Alfred Rosenberg (Chef-Ideologe der Nazis) und Hans Frank (Generalgouverneur der Nazis im besetzen Polen) gehörten – beides Kriegsverbrecher, die 1946 in Nürnberg hingerichtet worden sind. Auch die Philosophie Heideggers ist an einigen Stellen eklig, um es einmal deutlich zu sagen.

Martin Heidegger war Günstling, Profiteur und Verfechter des Nationalsozialismus‘. Auch machen die von ihm verfassten Schwarzen Hefte (1931 – 1975) deutlich, dass er Antisemit gewesen ist.

Es gibt also kaum eine Person des 20. Jahrhunderts, die so heterogen zu bewerten wäre: Einerseits ein wichtiger Denker und Philosoph, andererseits ein widerwärtiger Antisemit, Ideologe und Nazi.

Deutschland und die Menschenrechte

Kaum ein anderes Land der Welt steht so sehr für eine Verteidigung und ein Einhalten der Menschenrechte wie Deutschland. Wir haben eine freie Presse, eine weitgehend(!) intakte Demokratie und niemand wird politisch verfolgt.

Ist Deutschland aber vollends konsequent und stringent, wenn es um die Menschenrechte geht?

Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur der Welt. Empfängerländer deutscher Waffen sind beispielsweise Saudi-Arabien, Ägypten, Algerien, Indonesien, Irak, Oman, Pakistan und Somalia. Entweder ganz offiziell, wie etwa bei den größten Abnehmern (Saudi-Arabien und Ägypten) oder aber inoffiziell, zum Beispiel im Fall von Somalia. Es werden also Waffen in Länder exportiert, in denen es quasi keine Anerkennung und Umsetzung der Menschenrechte gibt.

Ähnlich verhält es sich auch bei den sonstigen Wirtschaftsbeziehungen. China ist der drittwichtigste Handelspartner Deutschlands. Dabei ist China eine Ein-Partei-Diktatur, die unter anderem die Tibetaner unterdrückt, jährlich tausende Menschen hinrichtet und Taiwan regelmäßig mit Krieg droht. 40% des von Deutschland importierten Erdgases stammt aus Russland, also einem Land, das unter anderem völkerrechtswidrig die Krim annektiert hat.

Auch politisch hinterlässt Deutschland einen im Hinblick auf die Menschenrechte oft mit Fragezeichen. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich nach islamistischen Terroranschlägen, um vermeintlichen Zusammenhalt zu zeigen, gerne Arm in Arm mit Mahmud Abbas, dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde. Also einem Mann, der mit der Terrororganisation Hamas zusammengearbeitet hat. Einem Mann, der mit dem Thema „Die Zusammenhänge zwischen Zionismus und Nazismus 1933–1945“ promoviert worden ist. Einem Mann, der den Juden die Schuld am Holocaust gibt. Das wäre in Deutschland im Übrigen zurecht eine Straftat.

Von einem Land wie Deutschland, das gerne die Fahne der Menschenrechte hochhält, würde man eigentlich ein anderes Verhalten erwarten. Die Menschenrechte sind die wichtigste Errungenschaft der Menschheitsgeschichte. Wir sollten sie verteidigen. Nicht nur in der Theorie, sondern ganz praktisch.

Demokratie – eine noble Idee unter falschen Prämissen

Die Idee einer Volksherrschaft, in der das Volk seine Vertreter selbst wählt, die dann eben jenes Volk vertreten, ist ein schöner und wunderbarer Gedanke. Ein Gedanke, dem allerdings falsche theoretische Prämissen zugrunde liegen. Dies macht eine Reform eben jenes Systems unabdingbar.

Das gegenwärtige politische System in vielen westlichen Ländern, so auch Deutschland, funktioniert, in dem viele (möglichst alle) Menschen eines Gebiets zur Wahl gehen, wenn für das jeweilige Gebiet neue Volksvertreter zu wählen sind. Grundlage für die Wahlentscheidung sollen die Inhalte der jeweiligen Parteien sein, nachzulesen in den Partei- und Wahlprogrammen.

Dabei scheitert die eigentliche Intention hinter dieser Systematik an mehreren Punkten:

1. Eine fundierte Wahlentscheidung anhand von Inhalten kann nur dann ganzheitlich erfolgen, wenn diese Inhalte nach der Wahl auch umgesetzt werden. So ist beispielsweise das Lügen vor einer Wahl durch Politiker zu Generierung neuer Wählergruppen oder zum Halten der etablierten, nicht strafbar. Politiker können den Wählern das Blaue vom Himmel versprechen, bestimmte Koalitionen ausschließen oder gar zum persönlichen Werdegang die Unwahrheit erzählen – und nach der Wahl so handeln, wie sie möchten. Ohne irgendeine Bindung an die Wahlversprechen. Man flüchtet sich dann zumeist in Aussagen zu Kompromissen oder der Finanzierbarkeit. Alles Dinge, die auch schon vor der Wahl bekannt und kommuniziert hätten sein müssen.

2. Es wird angenommen, dass Wähler ihre Entscheidung anhand fundierter Fakten fällen und/oder überhaupt zu so einer Entscheidung in der Lage seien. Tatsächlich fällen viele Wähler ihre Wahlentscheidung nicht anhand von Partei- oder Wahlprogrammen, sondern zum Beispiel aus dem Bauch heraus, nach Sympathien für Personen, aus Gewohnheit oder gar „einfach spontan“.

3. Hürden zum Einzug in Parlamente wirken teilweise sehr willkürlich und vernichten die Wahlentscheidungen von vielen Menschen. Mal angenommen, dass in Deutschland 40.000.000 Menschen zur Bundestagswahl gehen und Partei X einen Wert von 4,9% erhalten, also nicht ins Parlament einziehen würde. Das würde bedeuten, dass die Wahlentscheidung und politische Meinung von knapp 2.000.000 Menschen unberücksichtigt bleiben würde. 5,0%, also nur 0,1% mehr, wäre dagegen „OK“. Hürden sind deshalb sinnvoll, um ein zu großes Meinungswirrwarr im Parlament zu verhindern. So, wie sie sich jetzt darstellen, sind sie in meinen Augen aber fragwürdig.

4. Viele Details der Wahlsysteme sind nicht für alle nachvollziehbar. Was etwa Überhang- oder Ausgleichsmandate sind, wissen die wenigsten. Ebenso halte ich es für seltsam, dass es die Möglichkeit gibt, als Direktkandidat ins Parlament einziehen. Viel einfacher und auch gerechter wäre es, wenn man ohne jeden Schnickschnack einfach die prozentualen Verhältnisse der Wahl, unter Berücksichtigung einer Hürde (siehe Punkt 3), 1:1 im Parlament abbilden würde.

Das sind die in meinen Augen vier wichtigsten Hürden zum Funktionieren demokratischer Systeme. Gerade die ersten beiden, als theoretische Anti-Prämissen definiert, machen deutlich, dass eine Reform des Systems sinnvoll, gar überfällig wäre.

200 Jahre Karl Marx

Heute vor 200 Jahren wurde Karl Marx in Trier geboren. Der Philosoph und Gesellschaftstheoretiker gilt als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der Neuzeit, auch wenn er seinen Ruhm nicht mehr erleben durfte. Nicht zuletzt aufgrund seines Buches Das Kapital sowie dem Manifest der Kommunistischen Partei nahm Marx massiven Einfluss auf die Entwicklungen vor allem des 20. Jahrhunderts.

 

Anlässlich seines 200. Geburtstages finden in Deutschland und auch weltweit zahlreiche Festlichkeiten statt. Aber wen feiern so viele Menschen dort eigentlich?

 

Wer seine wichtigsten Werke gelesen und sich mit seiner Biographie sowie seinen Ansichten beschäftigt hat, der wird schnell ins Kopfschütteln angesichts der Verklärung dieser Persönlichkeit geraten. Marx war zusammen mit Engels der Begründer und Wegbereiter des Kommunismus, also der Ideologie, die für über 100 Millionen Tote verantwortlich ist (vgl. Schwarzbuch des Kommunismus).

 

Dabei wusste Marx ganz genau, dass seine neue Weltordnung nur mit Gewalt durchzusetzen sein würde:

„Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung.“ (Manifest der Kommunistischen Partei, S. 493)

 

Weiter weisen seine Ansichten auch deutlich rassistische Züge auf. So publizierte sein Weggefährte Engels in der gemeinsamen Neuen Rheinischen Zeitung, dass sogenannte „Volksabfälle“ zu beseitigen seien. Gemeint waren Schotten, Bretonen und Serben. Diese stünden, so die Theoretiker des Kommunismus, der Revolution im Weg, weil sie nicht die Stufe des Kapitalismus erreicht hätten und somit nicht umgeformt werden könnten.

 

Marx‘ Rassismus geht aber noch weiter. Er war glühender Antisemit. So schrieb er im Jahre 1843 in seinem Werk Zur Judenfrage:

„Welches ist der weltliche Grund des Judenthums? Das praktische Bedürfnis, der Eigennutz. Welches ist der weltliche Kultus der Juden? Der Schacher. Welches ist sein weltlicher Gott? Das Geld.“

 

Die russische Revolution von 1917 mit zahlreichen Toten und politisch Verfolgten, der chinesische Bürgerkrieg sowie die Machtergreifung Maos, die vietnamesische Revolution um Hồ Chí Minh, die Verbrechen der Roten Khmer, die DDR-Diktatur als auch die Lage im gegenwärtigen Nordkorea sind unmittelbare Folge dieser Ansichten. Marx befürwortete Gewalt und Selektion.

 

Auch die Verfolgung anderer religiöser Menschen in kommunistischen Ländern lässt sich auf Marx zurückführen. Die Folge waren Millionen Tote, Gefolterte, Bedrängte und Verfolgte. Nordkorea gilt laut Open Doors noch heute als das Land weltweit, in dem sich Christen der größten Verfolgung ausgesetzt sehen. Marx schrieb im Jahre 1844 in den Deutsch-Französischen Jahrbüchern über die Religion:

„Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüth einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.“

 

Zusammenfassend sehe ich nicht, wie man eine derartige Persönlichkeit auch noch feiern kann. Marx war ein geistiger Brandstifter und Demagoge – und zeitlebens ein persönlicher Versager, der die eigenen Unzulänglichkeiten auf andere geschoben hat. Anstatt diesen Menschen auch noch zu ehren, sollten wir sein Andenken lieber in der Form bewahren, als dass wir zeigen, wie es nicht geht. Wie es nicht sein sollte.

 

Der Marxismus und der Kommunismus, als auch der „kleine Bruder“ Sozialismus sind Menschheitsverbrechen. Nichts weiter.