Mein kleiner Whisky-Guide

Ich trinke eher selten Alkohol, aber wenn, dann gerne einen guten Whisky am Abend. Stilecht mit einem schönen Whiskyglas und Whiskysteinen. Über die Jahre habe ich einige Whiskys ausprobiert und gesammelt. Im Folgenden möchte ich meine fünf Favoriten vorstellen.

Platz 5: Nikka Blended – 7 Jahre – Preis: Circa 40 Euro pro Liter

Ein feiner und vergleichsweise günstiger Whisky aus Japan. Der Whisky verfügt über einen sehr weichen Geschmack mit einer fruchtigen Note und einem leichten Hauch von Mandeln.

Empfehlen würde ich diesen Whisky vor allem Einsteigern, die mit etwas Mildem beginnen möchten. Japanische Whiskys sind in aller Regel von hervorragender Qualität und zeugen von einem guten Handwerk.

Platz 4: Glenfiddich Solera – 15 Jahre – Preis: Circa 55 Euro pro Liter

Glenfiddich ist eine unter Whisky-Liebhabern sehr bekannte Brennerei im Norden von Schottland und besteht bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts.

Das bei diesem Whisky angewandte Soleraverfahren stammt ursprünglich aus Spanien und findet vorwiegend Anwendung bei der Vermählung von Sherry-Abfüllungen. Konkret hat Glenfiddich bei diesem äußerst leckeren Whisky verschiedene Fassreifungen genommen und in einem Solerafass aus Pinienholz zusammengeführt.

Im Ergebnis findet sich ein voller Whisky mit einem angenehmen Honigaroma. Der Whisky hat einen eher starken Geschmack, der von einer sanften Würze abgerundet wird.

Platz 3: Ardbeg Islay Single Malt – 10 Jahre – Preis: Circa 70 Euro pro Liter

Islay Whiskys muss man mögen. Sie haben nicht den klassischen Whisky-Geschmack der meisten Whisky-Sorten, sondern ein sehr rauchiges Aroma. Ardbeg bildet da keine Ausnahme. Im Gegenteil: Er gehört wahrscheinlich zu den rauchigsten Whiskys der Welt.

Neben seinem deutlich rauchigen Geschmack finden sich auch Noten von Zitronen, Limonen, Pfeffer und Zimt. Das Rauchige dominiert aber sehr stark.

Platz 2: Glenfarclas Highland Single Malt – 15 Jahre – Preis: Circa 60 Euro pro Liter

Glenfarclas ist meine Lieblings-Destillerie. Sie befindet sich wie so viele gute Whisky-Heimstätten im nördlichen Schottland und wurde bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet.

Die Whiskys dieser tollen Destillerie haben häufig einen starken Sherry-Geschmack und sind für einen Whisky eher süßlich. Gleichzeitig schmeckt man auch deutlich den Malz heraus. Ebenfalls kann man ein leicht rauchiges Aroma feststellen, allerdings lange nicht so stark wie bei einem Islay Whisky.

Platz 1: Islay Blended Malt Whisky Cragabus – 12 Jahre – Preis: Circa 100 Euro pro Liter

Der Cragabus ist ein echter Schatz. Er vereint alle Stärken eines Islay Whiskys ohne die häufig vorkommenden Schwächen, wie etwa einen unsanften Abgang, zu übernehmen. Er schmeckt angenehm rauchig, ist mild und lässt trotz seines Raucharomas auch den klassischen Whisky-Geschmack durchdringen.

Das ganz leicht salzige Gefühl auf der Zunge sorgt dafür, dass man sich an die schottische Küste oder in die Highlands versetzt fühlt.

Ein wirklich großartiger Whisky, der vom feinsten Handwerk zeugt, dass wir in Sachen Whisky gegenwärtig in Europa vorweisen können – vielleicht sogar weltweit. Ich habe bisher Whiskys aus über zwanzig verschiedenen Ländern probiert und keiner war so gut wie der Cragabus.

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Penta Kill Guide – Smite

Der Penta Kill – der vermeintlich schwerste aller zu erreichenden Erfolge im Action-MOBA Smite, vielleicht zusammen mit Finale Form. Dabei ist ein Penta Kill gar nicht so schwer, wenn man weiß wie es geht.

Viele Spieler auf der Jagd nach einem Penta Kill versuchen ihr Glück häufig in Gruppen. Gespielt werden dann bestimmte Kombinationen, wie zum Beispiel Ares und Scylla oder Odin und Zeus. Das mag funktionieren, ist aber vergleichsweise aufwendig und langwierig.

Deutlich einfacher geht es, auch als Einzelkämpfer, wenn man wie folgt herangeht:

Modus: Arena
Gott: Thanatos

Thanatos hat den immensen Vorteil, dass er über einen hervorragenden Selfheal verfügt. Tötet er einen Gegner, dann wird er nicht nur geheilt, sondern er reduziert auch die Cooldowns seiner Fähigkeiten. Das macht ihn zu einer Art Schneeball, der – richtig gespielt – über den Gegner herüberrollen kann. Zusätzlich heilt ihn auch seine erste Fähigkeit.

Neben einem guten Selfheal ist auch Geschwindigkeit wichtig, wenn man einen Penta Kill machen möchte, um zügig vom letzten zum nächsten Gegner zu kommen. Die zweite Fähigkeit erhöht seine Bewegungsgeschwindigkeit für eine begrenzte Zeit um bis zu 30%, zusätzlich um nochmals maximal 30%, wenn ein Gegner von seiner Ultimate exekutiert werden könnte. Ultimate? Genau! Die ultimative Fähigkeit von Thanatos kann wichtig für den Penta Kill sein. Thanatos fliegt in die Lüfte und exekutiert bei der Landung einen Gegner, der nur noch über eine bestimmte Anzahl an Lebenspunkten verfügt. Diese Fähigkeit kann nützlich sein, um während des Penta Kill Versuchs einen Kill zu sichern, andererseits aber auch, um kurzzeitig aus einer schwierigen Situation herauszukommen.

Die dritte normale Fähigkeit von Thanatos ist eher belanglos, kann aber ebenfalls nützlich sein. Hier verursacht er auf kurze Distanz an mehreren Gegnern Schaden und bringt sie für eine Sekunde zum Schweigen.

Um einen Penta Kill zu machen sind vor allem auch die gekauften Gegenstände von Bedeutung. Ich spiele es normalerweise wie folgt:

1. Warrior Tabi
Schuhe, wie immer ein Pflichtkauf.

2. Jotunn‘s Wrath
Thanatos ist ein „ability-based“ Gott, was bedeutet, dass er beim Schaden primär auf seine Fähigkeiten und nur sekundär auf seine Grundangriffe setzt. Jotunn‘s Wrath bringt euch eine Verringerung der Abklingzeit sowie Durchdringung. Essentiell für einen Gott wie ihn.

3. Bloodforge
Grundsätzlich nicht unbedingt ein Pflichtkauf bei Thanatos, aber sehr wohl, wenn man auf einen Penta Kill aus ist. Denn Bloodforge umgibt euch für kurze Zeit mit einem schützenden Schild, wenn ihr einen Gegner erledigt habt. Darüber hinaus liefert der Gegenstand beachtliche 75 an physischer Kraft. Unschlagbar in dieser Hinsicht.

4. Hydra‘s Lament
Dieser Gegenstand ist aus zwei Gründen wichtig: Erstens reduziert er weiter die Abklingzeit von Thanatos‘ Fähigkeiten. Zweitens sorgt er dafür, dass euer nächster Grundangriff innerhalb von acht Sekunden nach dem Einsatz einer Fähigkeit zusätzlich 50% Schaden verursacht. Nicht alle eure Gegner auf dem Weg zum Penta Kill werden direkt durch eure Fähigkeiten sterben. Daher sind starke Grundangriffe als „zweite Welle“ nicht verkehrt.

5. Deathbringer
Ebenfalls um eure Grundangriffe zu stärken, denn Deathbringer macht 25% eurer Grundangriffe kritisch und bewirkt zusätzlich, dass der Schaden von kritischen Treffern um 30% erhöht wird.

6. Titan‘s Bane
Ihr werdet auf Spiele stoßen, in denen eure Gegner 1-2 Tanks, 1-2 Krieger oder einen Mix aus beidem spielen. Daher ist es unumgänglich, dass ihr vermehrt auf Durchdringung setzt, um auf dem Weg zum Penta Kill auch harte Brocken auszuschalten. Dafür ist Titan‘s Bane genau richtig.

Warum Arena?

Der Modus ist am besten für die Jagd auf Penta Kills geeignet, weil ihr schnell levelt, rasch eure Gegenstände erhaltet und dann einige Minuten Zeit habt um gezielt auf den Penta Kill zu spielen. Darüber hinaus respawnen die Gegner schnell, sodass ihr teilweise eine zweite Chance während eines Versuchs erhaltet.

Ich habe mich selbst auf diese Weise an einem Penta Kill versucht und direkt in der ersten Runde fünf Quadra Kills und drei Penta Kills geschafft – und zwar echte Penta Kills und keine Hexa Kills (doppelte Penta Kills durch eine sechste Tötung) oder Ähnliches.

Ich wünsche viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren.

Reisetipp: Toronto

Toronto, die größte Stadt Kanadas, ist ein sehr lohnendes Reiseziel. Auf all meinen Reisen habe ich kaum eine Stadt oder mit Kanada ein Land erlebt, das so gastfreundlich und offenherzig ist. Viele kleine Erlebnisse machen dies deutlich. So erkannte die nette Kassiererin bei McDonald’s an unserem Akzent, dass wir keine Einheimischen sind. Wir kamen direkt ins Gespräch und sie fragte uns, wo wir denn her seien und wie es uns in Toronto gefallen würde.

Die Menschen in Toronto waren zu uns durchweg freundlich, ausnahmslos, selbst in Gegenden, die oftmals nicht von Touristen besucht werden.

An Sehenswürdigkeiten hat Toronto ebenfalls viel zu bieten. Vorneweg den Canadian National Tower, das mit 553 Metern einstmals höchste Gebäude der Welt. Besonders zu empfehlen ist ein Besuch des Glasbodens, von dem aus man mehrere hundert Meter direkt unter sich gen Boden schauen kann.

Auch das Rogers Centre, früher als SkyDome bekannt, ist einen Besuch wert. Ein faszinierendes Multifunktions-Stadion, das bis zu 69.000 Menschen Platz bietet und über ein bewegliches Dach verfügt. Hier empfiehlt es sich nicht nur, an einer Führung teilzunehmen, sondern auch ein Spiel der Toronto Blue Jays (Baseball) anzusehen.

Ebenfalls sollte man sich die Toronto City Hall anschauen. Architektonisch ein sehr interessantes Gebäude.

Eine witzige Randgeschichte ist, dass wir damals ebenfalls das zweithöchste Gebäude Torontos, eine Bank, besichtigen wollten. Wir sind also schnurstracks zum Gebäude gegangen, konnten ungehindert passieren und haben uns in den Fahrstuhl begeben. Dort angekommen haben wir einfach das höchste auswählbare Stockwerk als Ziel eingegeben. Angekommen sind wir in der Vorstandsetage, in der uns eine nette Dame direkt abgefangen hat. Wie die Menschen aus Toronto unserer Erfahrung nach so sind, war auch diese Dame sehr freundlich. Nachdem wir ihr erklärten, dass wir nur einmal kurz aus dem Fenster schauen möchten, begleitete sie uns zu einer großen Glasfront – direkt neben dem Büro des Vorstandsvorsitzenden.

Weiter ist das friedliche Zusammenleben diverser Kulturen in Toronto absolut wunderbar. Es gibt chinesische, französische, deutsche, arabische und viele andere Viertel und Gegenden, die aber nicht abgeschottet voneinander existieren, sondern sich in einem regen Austausch befinden.

Auch abseits von Toronto lässt sich einiges entdecken. Allen voran die weltberühmten Niagarafälle, die vor allem auf der kanadischen Seite besonders imposant sind. Ein Besuch der US-amerikanischen Seite ist also nicht unbedingt notwendig, was vor allem hinsichtlich der gegenwärtigen Reisepolitik der USA (Visa) durchaus erfreulich ist. Die Niagarafälle lassen sich per Aussichtspunkten, Boot oder aber direkter besichtigen: Man kann nämlich durch ein Höhlensystem unterhalb der Fälle durchwandern. Das ist zwar sehr laut, aber in meinen Augen ein absolutes Muss, weil man so die Macht und die Kraft der Natur hautnah miterleben kann.

Toronto verfügt, wie viele nordamerikanische Großstädte, über zahlreiche Suburbs (Vororte), die teilweise ebenfalls sehr groß sind und einiges zu bieten haben.

Alles in allem gebe ich Toronto als auch der Region 5 von 5 Sternen. Ich werde mit Sicherheit wieder dorthin reisen.

World of PvE-, CC- und Zeittotschlag-Craft

Ich habe bis Anfang des Addons Mists of Pandaria (MoP) aktiv World of Warcraft (WoW) gespielt. Als reiner Player versus Player-Spieler (PvP). Raids habe ich eher selten mitgemacht. Zumeist nur, um an Ausrüstung zu gelangen, die für PvP sinnvoll gewesen ist, wie etwa für die Legendary aus Firelands. . Ein Muss war das aber nie. Man hat über ungewertete und gewertete Schlachtfelder sowie Arenen, gerade ab einer gewissen Wertung (Waffe), gute Ausrüstung für das Spielen von PvP erhalten. Irgendwann hatte ich im PvP aber quasi alles erreicht, sodass meine Motivation nach und nach abgeflaut ist.

Zu Legion habe ich zweimal kurz reingeschnuppert, aber die Waffenmechaniken als auch das Zufallsprinzip beim Erhalten von Ausrüstung haben mir nicht zugesagt. Also war ich immer schnell wieder weg.

Mit Battle for Azeroth (BfA) habe ich nun wieder angefangen ein bißchen zu spielen. BfA macht einiges richtig, aber leider auch viel in meinen Augen ziemlich falsch. So ist es in BfA wichtig, dass man das Herz von Azeroth, also den Ausrüstungsgegenstand für den Hals, beständig levelt und aufwertet. Zum einen, um so Boni auf den Ausrüstungsplätzen für Kopf, Schultern und Brust zu generieren, zum anderen, um so die Gegenstandsstufe des Herzens zu erhöhen. Ein schnelles und effizientes Leveln ist überwiegend nur durch Player versus Environment (PvE) möglich, besonders durch das Absolvieren von World Quests. Um diese aber machen zu können, muss man bei den drei neuen Fraktionen der jeweiligen Seite mindestens einen freundlichen Ruf erarbeitet haben. Man muss also PvE machen um PvE machen zu können, das essenziell für die Wertigkeit des eigenen Spielercharakters ist.

Hierdurch werden PvP-Spieler dazu gezwungen etwas zu tun, das sie eigentlich nicht machen möchten, nämlich PvE zu spielen. Ferner macht es diese Mechanik schwer bis unmöglich effektiv zu twinken, also Nebencharaktere zu spielen, da durch das Leveln des Herzens von Azeroth einiges an Zeit totgeschlagen wird. Für Hobby- und Gelegenheitsspieler mit beruflichen und anderweitigen Verpflichtungen ist dies sehr unerfreulich.

Ein anderer Punkt, der mich merklich stört, ist das Überhandnehmen von Crowd Control (CC) im Spiel. Gerade als Melee-Klasse fühlt man sich im Zerg auf einem Schlachtfeld so, als würde man WoW in Zeitlupe spielen. Man ist ständig verlangsamt – oder noch noch schlimmer: gerootet, gefreezt, gefeared oder Ähnliches. Fähigkeiten und Gegenstände, die einen dagegen schützen, werden ad absurdum geführt, weil direkt der nächste CC folgt. Heiler können nicht ständig CC-Effekte entfernen, da sie auch noch heilen müssen.

 

Im Grunde würden mich zwei Veränderungen sehr freuen:

1. Separierung von PvP und PvE, wie wir sie früher gekannt haben. Mit PvP-Händlern, die Ausrüstung für PvP verkaufen und einem Wert, der diese Ausrüstung für alle PvP-Inhalte unabdingbar macht, wie es früher die Abhärtung gewesen ist.

2. Reduzierung von CC im Spiel. Einige Klassen verfügen über zehn oder mehr CC-Fähigkeiten oder indirekte Einflussmöglichkeiten. Das ist deutlich zu viel.

Das X-Wing Tabletop – Eine vertane Chance?

Bei mir war die Euphorie 2015 groß, als ich nach über zwanzig Jahren als Fast-Nur-GW-Spieler zu X-Wing gewechselt bin. Alles war neu und spannend. Da ich auch STAW gespielt hatte, wusste ich, dass mir verdeckte Systeme Spaß machen. Die großen GW-Systeme sind alle nicht verdeckt, alles ist zu jederzeit für jeden nachvollziehbar. Das bringt durchaus Vorteile, vor allem hinsichtlich taktischer und strategischer Möglichkeiten, aber auch Nachteile, weil ein bißchen das „Elfmeter-Gehirnspielen“ fehlt. Es geht also gerade bei der Bewegung nicht primär darum herauszufinden, was der Gegner denkt und entsprechend zu reagieren und dabei gleichzeitig auch selbst zu agieren. Das ist bei X-Wing anders. Durch die verdeckte Bewegung und eine in Teilen simultane Spielweise, ergeben sich andere Möglichkeiten.

 

Meine ersten Turniere in X-Wing waren OK, einmal Platz 2 und einmal Platz 4. Als jemand, der in vier unterschiedlichen Spielsystemen in den nationalen, europäischen und/oder globalen Ranglisten auf Platz 1 gestanden hat bzw. steht, war ich andere Ergebnisse gewohnt, aber ich war ein Neuling und somit zufrieden. Zumal sich meine Einstellung diesbezüglich seit einiger Zeit ohnehin verändert hatte/hat. Ich spiele nur noch aus Spaß und nicht mehr der Ergebnisse wegen.

 

Irgendwann in der Mitte des Jahres 2016 fand bei mir dann aber ein innerlicher Bruch mit X-Wing statt. Das hatte mehrere Ursachen. Ich wollte 2015 vor allem deshalb weg von GW, weil mir die Metaspirale und die Release-Politik von GW zuwider waren. Es wurden ständig neue Sachen veröffentlicht, die in 90% der Fälle stärker waren als das „Alte“. Armeekonzepte hatten eine Halbwertszeit von wenigen Monaten, teilweise gar Wochen. Man wurde so genötigt immer mehr Zeit und Geld in die GW-Systeme zu stecken, schließlich wollte alles auch zusammengebaut und bemalt werden. X-Wing machte da 2015 einen anderen Eindruck. Regelmäßige aber nicht erdrückende Releases, Unterstützung der Turnierszene von Seiten des Herstellers, keine abartige Metaspirale nach dem Motto „höher, schneller, weiter“.

 

Langsam veränderte sich X-Wing aber – und in meinen Augen nicht zum Guten. Das kann ich an mehreren Punkten festmachen:

  • Fantasy Flight Games (FFG), also der Hersteller von X-Wing, kopierte quasi die Fehler von GW. Es wurden immer mehr Sachen auf den Markt geworfen. Neues war dabei in der Regel deutlich stärker als Altes.
  • Kartenpolitik: Bei X-Wing spielen nicht nur die Figuren eine Rolle, sondern auch die Karten. Dabei waren einige Schiffe nicht gut, die im Blister enthaltenen Karten aber sehr wohl. Ich denke hier etwa an die Starviper und die automatischen Schubdüsen, die essentiell für andere Schiffe gewesen sind. Ferner musste man sich manchmal Schiffe kaufen, selbst von Fraktionen, die man nicht spielen wollte, nur um an bestimmte Karten zu kommen, die auch für die eigene Fraktion sinnvoll waren.
  • Metaspirale: FFG hat ständig das Meta verändert, teilweise sogar nur durch FAQs und Kartenveränderungen. So haben sich Spieler Schiffe und Karten gekauft, um ein bestimmtes Turnierkonzept zu verfolgen, welches dann innerhalb kürzester Zeit mittels „Patch“ obsolet geworden ist. Dabei wurde das Meta immer ekliger. Es ging nur noch darum, immer krasser zu werden.
  • Synergie-Overload: Synergien sind eine sinnvolle Sache und bei vielen Tabletops wichtig. X-Wing hat es hier aber übertrieben. Listenkonzepte hatte teilweise derartig viele Synergien, die wiederum an Bedingungen geknüpft worden sind, die wiederum Bedingungen erfüllen mussten, dass gerade Gelegenheitsspieler und Neulinge entnervt ausgestiegen sind: „Schiff A kann Aktion B machen, wenn es sich im Feuerwinkel C zu Schiff D befindet ohne dabei in Reichweite 1-2 zu Schiff E zu sein. Aber nur, wenn Schiff D nicht Ausrüstung F hat. Verstärkt wird das Ganze durch das Supportschiff G, welches Schiff A unterstützt, sollte es sich zu ihm in Reichweite 2-3 und im sekundären Feuerwinkel befinden.“ Kurz: Es wurde albern.
  • Darüber hinaus war die Verfügbarkeit von Schiffen äußerst schlecht. Von einem großen Hersteller von Figuren erwartet man, dass alle Artikel zu jeder Zeit in jeder Sprache verfügbar sind. Bei X-Wing waren bestimmte Schiffe teilweise über 7 bis 8 Monate nicht verfügbar, wenn eine Charge ausverkauft gewesen ist. Bei einem Kleinsthersteller könnte ich dies verzeihen, da dieser Lagerkosten minimieren und vor allem Überproduktionen vermeiden muss. Bei FFG ist das aber inakzeptabel.

 

Jetzt steht X-Wing 2.0 vor der Tür. Ich bin zwar mittlerweile von X-Wing gefrustet primär wieder zu GW-Systemen gewechselt, aber auf 2.0 habe ich mich richtig gefreut. Nun konnte man allerdings auf diversen Szeneseiten und in Shops lesen, dass die Produkte für die Einführung von 2.0 lediglich zur Sicherstellung der Vorbestellungen reichen. Jede Nachfrage darüber hinaus kann erst wieder im Dezember, vielleicht gar erst Anfang 2019 bedient werden. Das sind dann mindestens drei Monate, in denen Nicht-Vorbesteller nur schwer an X-Wing 2.0 herankommen werden. FFG hat seit 2015 nicht dazugelernt. Zumindest in Sachen Marktanalyse, Produktion und Logistik nicht. Ich hoffe, dass sie es bei meinen anderen Kritikpunkten getan haben. Ansonsten verschwinden meine X-Wing Sachen auf unbestimmte Zeit im Schrank.

Wie schreibt man einen Bestseller?

Ich werde oft gefragt, wie man am besten ein Buch schreibt, das sich möglichst oft verkauft. Dabei ist dies bei der Erstellung eines Buches die völlig falsche Herangehensweise.

 

Abverkäufe oder eine hohe Auflage sind zwar schön, aber in meinen Augen nur sekundär, wenn es ums Schreiben geht. Das sehe ich auch deutlich an meinen eigenen Büchern: Mein mir persönlich wichtigstes Buch ist „Gedanken eines Rastlosen“. Von meinen vier Büchern hat sich „Gedanken eines Rastlosen“ in Relation zur Zeit und anderen Aspekten am drittschlechtesten verkauft. „Bildschirm-Athleten“ und „Himmlisch kleiner Schein“ sind Bestseller, „Gedanken eines Rastlosen“ ist es nicht. Dennoch ist es mein wichtigstes Buch – und wird es auch bleiben.

 

Warum ist dem so? Erst einmal ist es mein erstes Buch. Das macht es für mich zu etwas Besonderem. Aber viel wichtiger ist, dass in „Gedanken eines Rastlosen“ die für mich wichtigsten Themenfelder behandelt werden: Gott, Religion, Philosophie, Gesellschaft und Politik. Ich verarbeite in dem Buch Gedanken, Ideen und Theorien, die ich über einen langen Zeitraum gesammelt und entwickelt habe. Deshalb verkauft sich das Buch aber nicht automatisch gut, vor allem, weil die Themen sehr komplex, nicht leicht zu erfassen und in weiten Teilen auch nicht dem Zeitgeist entsprechend sind.

 

Aber auch bei meinen anderen Büchern bin ich nicht mit dem Gedanken darangegangen, die Bücher möglichst oft zu verkaufen. Viel wichtiger war mir, dass die Bücher meinen Interessen entsprechen und ich Lust darauf habe sie zu schreiben. Mit „Himmlisch kleiner Schein“ habe ich gleichzeitig in einen Bereich gezielt, der kaum noch Beachtung findet – nämlich die Lyrik. Das ist zum einen schade, zum anderen aber auch gut, da das Angebot an solchen Büchern am Markt überschaubar ist. Die Nachfrage ist zwar auch nicht so hoch wie in anderen Segmenten, aber höher als das Angebot. Unter anderem dadurch hat sich das Buch sehr oft verkauft – und hoffentlich auch, weil den Menschen der Inhalt gefallen hat.

 

In „Bildschirm-Athleten“ setze ich mich mit dem Phänomen e-Sports auseinander. Ich selbst war lange Zeit e-Sportler und beschäftige mich privat auch heute noch quasi täglich damit. Daher ist meine persönliche Leidenschaft bei dem Thema sehr ausgeprägt. Zusätzlich bedient das Buch eine Thematik, die sehr aktuell und im Kommen ist. Ferner zielt es in eine Nische, denn im deutschsprachigen Raum gab es zuvor kein umfassendes Sachbuch zum e-Sports. Das Feedback zum Buch war bisher durchweg positiv und über Mundpropaganda und ein wenig Werbung sind viele Menschen darauf aufmerksam geworden.

 

Wie schreibt man nun aber einen Bestseller? Nun, wenn man es wirklich nur darauf anlegt, dann sollte man eine Markt- und Zielgruppenanalyse machen, sich eines Themas annehmen, das gesellschaftlich relevant, hochaktuell und bei dem das Angebot an entsprechender Literatur vergleichsweise gering ist – bei zu erwartender hoher Nachfrage.

 

Für mich persönlich wäre das aber niemals der richtige Weg. Viel wichtiger sind in meinen Augen: Feuereifer für das Thema, ein persönliches Interesse am Buch sowie Ausdauer und Wille. Daneben sollte man selbstredend einigermaßen Schreiben können, vor allem hinsichtlich schriftstellerischer Merkmale, der Rechtschreibung sowie der Grammatik.

 

Man sollte auch stets bedenken, dass der Leser Zeit, Gedanken und Geld ins Buch investiert. Daher finde ich es schon alleine aus Gründen des Respekts selbstverständlich, dass man ein Buch abliefert, das man auch selbst gerne lesen würde.