Halbsynchronisierte Filme – Ein Graus

Die Saat des Terrors mit Christiane Paul. Ein Film, auf den ich mich seit Längerem gefreut hatte, weil er ein brandaktuelles Thema vor einem wahren Hintergrund aufgegriffen hat.

Die Vorfreude wich dann schnell einem gewissen Maß an Genervtheit. Der Film ist halbsynchronisiert worden, was bedeutet, dass einige Stellen im Original von den Schauspielern in Deutsch gesprochen und aufgenommen worden sind, andere wiederum in einer anderen Sprache, hier zumeist Englisch, um dann nachträglich im Tonstudio deutsche Pendants zu erhalten.

Das ist aus mehreren Gründen extrem unschön für den Zuschauenden, vorwiegend aus zweierlei Aspekten. Zum einen ist es sehr irritierend, wenn bei einem Dialog oder aufeinanderfolgenden Szenen die Lippen manchmal synchron und stimmig zum Text verlaufen, weil Sprache und Lippenbewegungen identisch sind, um dann im nächsten Moment asynchron zu sein, weil die Texte nachträglich eingesprochen worden sind. Zum anderen ist auch die unterschiedliche Tonqualität störend, da Tonstudio-Aufnahmen zumeist klangstärker und störungsärmer sind.

Das mag vielleicht als Gejammer auf hohem Niveau wirken, aber ich empfinde das als derartig unschön, dass ich den Film nach einer halben Stunde abgeschaltet habe.

Halb- oder teilsynchronisierte Filme und Serien gibt es in letzter Zeit häufiger, vor allem in der ARD und auf dem ZDF, wenn es sich um multinationale Produktionen handelt. Ist es etwa ein Projekt von Deutschland und den Niederlanden, dann sprechen die deutschen Schauspieler Deutsch und die niederländischen Schauspieler Niederländisch, um dann den jeweils anderen anschließend nachzusynchronisieren. Ich persönlich mochte das noch nie. Der Film „Die Saat des Terrors“ hat dem Ganzen aber noch einmal die Krone aufgesetzt, weil Christiane Paul im Film teilweise im Original Deutsch gesprochen hat, um dann in der nächsten Szene im Original Englisch zu sprechen und dann deutsch nachsynchronisiert zu werden. Das wird dann in meinen Augen auch langsam albern, wenn eine Schauspielerin im selben Film teilweise nachsynchronisiert wird und teilweise nicht.

Internationale und grenzübergreifende Produktionen finde ich gut und wichtig, weil sie das Filmschaffen heterogener machen. Aber bitte lasst die Schauspieler dann komplett Englisch im Original sprechen, synchronisiert die Filme anschließend komplett in den Nationalsprachen der teilnehmenden Länder nach und strahlt anschließend alle Versionen aus. Alles andere ist halbgar.

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Autor: Timo Schöber

Familienmensch, Gläubig, Christ, Autor, Akademiker, Intellektueller, Gamer, ehemaliger e-Sportler, Personaler, Tennis- und Handballspieler, Schachfan.