Wie schreibt man einen Bestseller?

Ich werde oft gefragt, wie man am besten ein Buch schreibt, das sich möglichst oft verkauft. Dabei ist dies bei der Erstellung eines Buches die völlig falsche Herangehensweise.

 

Abverkäufe oder eine hohe Auflage sind zwar schön, aber in meinen Augen nur sekundär, wenn es ums Schreiben geht. Das sehe ich auch deutlich an meinen eigenen Büchern: Mein mir persönlich wichtigstes Buch ist „Gedanken eines Rastlosen“. Von meinen vier Büchern hat sich „Gedanken eines Rastlosen“ in Relation zur Zeit und anderen Aspekten am drittschlechtesten verkauft. „Bildschirm-Athleten“ und „Himmlisch kleiner Schein“ sind Bestseller, „Gedanken eines Rastlosen“ ist es nicht. Dennoch ist es mein wichtigstes Buch – und wird es auch bleiben.

 

Warum ist dem so? Erst einmal ist es mein erstes Buch. Das macht es für mich zu etwas Besonderem. Aber viel wichtiger ist, dass in „Gedanken eines Rastlosen“ die für mich wichtigsten Themenfelder behandelt werden: Gott, Religion, Philosophie, Gesellschaft und Politik. Ich verarbeite in dem Buch Gedanken, Ideen und Theorien, die ich über einen langen Zeitraum gesammelt und entwickelt habe. Deshalb verkauft sich das Buch aber nicht automatisch gut, vor allem, weil die Themen sehr komplex, nicht leicht zu erfassen und in weiten Teilen auch nicht dem Zeitgeist entsprechend sind.

 

Aber auch bei meinen anderen Büchern bin ich nicht mit dem Gedanken darangegangen, die Bücher möglichst oft zu verkaufen. Viel wichtiger war mir, dass die Bücher meinen Interessen entsprechen und ich Lust darauf habe sie zu schreiben. Mit „Himmlisch kleiner Schein“ habe ich gleichzeitig in einen Bereich gezielt, der kaum noch Beachtung findet – nämlich die Lyrik. Das ist zum einen schade, zum anderen aber auch gut, da das Angebot an solchen Büchern am Markt überschaubar ist. Die Nachfrage ist zwar auch nicht so hoch wie in anderen Segmenten, aber höher als das Angebot. Unter anderem dadurch hat sich das Buch sehr oft verkauft – und hoffentlich auch, weil den Menschen der Inhalt gefallen hat.

 

In „Bildschirm-Athleten“ setze ich mich mit dem Phänomen e-Sports auseinander. Ich selbst war lange Zeit e-Sportler und beschäftige mich privat auch heute noch quasi täglich damit. Daher ist meine persönliche Leidenschaft bei dem Thema sehr ausgeprägt. Zusätzlich bedient das Buch eine Thematik, die sehr aktuell und im Kommen ist. Ferner zielt es in eine Nische, denn im deutschsprachigen Raum gab es zuvor kein umfassendes Sachbuch zum e-Sports. Das Feedback zum Buch war bisher durchweg positiv und über Mundpropaganda und ein wenig Werbung sind viele Menschen darauf aufmerksam geworden.

 

Wie schreibt man nun aber einen Bestseller? Nun, wenn man es wirklich nur darauf anlegt, dann sollte man eine Markt- und Zielgruppenanalyse machen, sich eines Themas annehmen, das gesellschaftlich relevant, hochaktuell und bei dem das Angebot an entsprechender Literatur vergleichsweise gering ist – bei zu erwartender hoher Nachfrage.

 

Für mich persönlich wäre das aber niemals der richtige Weg. Viel wichtiger sind in meinen Augen: Feuereifer für das Thema, ein persönliches Interesse am Buch sowie Ausdauer und Wille. Daneben sollte man selbstredend einigermaßen Schreiben können, vor allem hinsichtlich schriftstellerischer Merkmale, der Rechtschreibung sowie der Grammatik.

 

Man sollte auch stets bedenken, dass der Leser Zeit, Gedanken und Geld ins Buch investiert. Daher finde ich es schon alleine aus Gründen des Respekts selbstverständlich, dass man ein Buch abliefert, das man auch selbst gerne lesen würde.

 

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Autor: Timo Schöber

Familienmensch, Gläubig, Christ, Autor, Akademiker, Intellektueller, Gamer, ehemaliger e-Sportler, Personaler, Tennis- und Handballspieler, Schachfan.