Allvergebung als christliches Leitbild

Sieht das Christentum eine Allvergebung der Sünden und eine Allversöhnung der Menschen mit Gott vor?

 

„Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde.“
Johannes 3:16-17

 

Wichtig ist hier die Einschränkung „die an ihn glauben“. Was im Umkehrschluss aber nicht zwangsläufig heißen muss, dass alle, die nicht an ihn glaube, deshalb verloren sind. Zumal die Welt nicht durch ihn gerichtet, sondern durch ihn selig werden solle. Die Bibel gibt hierzu Auskunft an einer anderen Stelle:

„[…] weil wir unsere Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt haben, der ein Heiland aller Menschen ist, zumal der Gläubigen.“ 
1. Timotheus 4:10

 

Jesus, der lebendige Gott, ist also ein Heiland aller Menschen – auch der sündigen und ungläubigen, besonders aber für die Gläubigen. Das heißt, dass auch die Menschen durch das Blut Jesu am Kreuz errettet worden sind, die Jesus nicht als ihren Heiland angenommen haben.

 

Die Bibel geht sogar noch weiter:

„Seid aber untereinander freundlich, herzlich und vergebet einer dem andern, gleichwie Gott euch auch vergeben hat in Christo.“ 
Epheser 4:3

Weiter heißt es:

„Haß erregt Hader; aber Liebe deckt zu alle Übertretungen.“
Sprüche 10:12

 

Ich persönlich halte viel von der Allvergebung und Allversöhnung. Eltern lieben ihre Kinder, egal was sie gemacht haben. Warum sollte dies nicht auch für den Vater aller Menschen, namentlich Gott, gelten, der so viel größer ist als wir Menschen? Der Welt täte es gut, wenn wir aufhören würden von der Lehre des doppelten Ausgangs (Himmel und Hölle) auszugehen. Das gilt nicht nur für Christen, sondern für alle Offenbarungsreligionen. Solange wir Menschen in „gut“ und „schlecht“, in „richtig“ und „falsch“ einsortieren, wird es immer Konflikte, Kriege und Mord geben. Dabei sollten wir uns eines stets vor Augen halten: Alle Menschen (außer Jesus, dem menschgewordenen Gott) sind Sünder. Wir alle bedürfen Gottes Gnade und Liebe. Was wäre Gott aber für ein liebender Vater, wenn er seine Kinder verstoßen würde? Was wären seine Liebe und seine Botschaft wert, wenn sie an Bedingungen geknüpft wären?

 

„Wer nicht liebhat, der kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe.“
1. Johannes 4:8

 

Gott ist Liebe. Liebe aber ist bedingungslos, sonst wäre es keine Liebe.

 

„Und derselbe ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren sondern auch für die der ganzen Welt.“
1. Johannes 2:2

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Die Metaspirale gepaart mit Kompliziertheit

Wer Videospiele und Tabletops spielt, der kennt das Phänomen, dass kontinuierlich neue Inhalte implementiert werden, die besser sind als das Vorhandene. So werden Helden, Einheiten, Regeln und so weiter immer stärker, frei nach dem Motto: Höher, schneller, weiter.

 

Gepaart wird diese Entwicklung häufig mit einer unnötigen Verkomplizierung von Mechaniken und dem Spiel als Ganzes. Viele Entwickler versuchen über zu komplizierte Inhalte mehr Komplexität ins Spiel zu bringen. Dabei wird vergessen, dass etwas Kompliziertes nicht automatisch komplex und etwas Komplexes nicht unbedingt kompliziert sein muss. Man denke hier an Schach: Hochkomplex aber wenig kompliziert. So sollte ein Spiel sein, „easy to learn, hard to master“.

 

Beispielhaft für diese negative Entwicklung ist das Tabletopspiel Warhammer 40k. Das Spiel war von den Regeln her schon immer relativ umfangreich, aber gerade in den letzten fünf Jahren ist um die Grund- und Armeeregeln herum ein regelrechter Regelwulst entstanden. Gepaart wurde dies mit einer extremen Metaspirale. Es sind quasi monatlich neue Inhalte erschienen, die „besser“ gewesen sind als das bereits Spielbare, seien es neue Armeen, Einheiten oder Sonderregeln. Das macht ein Spiel nicht nur wenig vorhersehbar, sondern sorgt gerade bei einem Tabletop, bei dem man seine Figuren zusammenbauen und anmalen muss dafür, dass bei vielen Spielern gerade der Faktor Zeit ein Mithalten in der Metaspirale unmöglich macht. Das ist vor allem für Turnierspieler ärgerlich.

 

Viele Warhammer 40k Spieler haben daher das System gewechselt und sind zu großen Teilen zum Tabletopspiel X-Wing gewechselt. Nach und nach, innerhalb von gerade einmal drei Jahren, war auch hier eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. Neue Schiffe waren oft stärker als ältere. Ausrüstungskarten für die Schiffe wurden durch Regelupdates teilweise massiv verändert. Hinzukam eine unnötig hohe Einführung von Regeln und vor allem Mehrfach-Synergieeffekten, die teilweise groteske Züge angenommen haben. Das hat die Hürde für Neueinsteiger in die Höhe schnellen lassen. Man muss seine Schiffe bei X-Wing zwar nicht zusammenbauen und bemalen, aber der Faktor Zeit wurde dennoch immer bedeutender.

 

Auch bei Videospielen kann man in Sachen Metaspirale häufig ähnliche Sachverhalte beobachten. So werden bei vielen MOBAs (Ableger des Echtzeitstrategie-Genres) regelmäßig neue Helden oder Ähnliches eingeführt, die zeitweise wesentlich spielstärker sind als die alten Helden. Das zwingt Spieler dazu, zumindest temporär bis zu Anpassungen durch Patches, auf neue Helden zu wechseln. Dies hat wiederum Einfluss auf Teamzusammenstellungen, Taktiken und Strategien.

 

Ich denke, dass Veränderungen gut sind, solange sie sich nahtlos ins Spiel einfügen. Neue Inhalte halten ein System frisch und machen es aufregend. Verkommt dies aber dazu, dass man nur versucht immer extremer zu werden, dann schreckt das viele Spieler ab, vor allem, wenn wenig Zeit vorhanden ist um sich in immer kürzer werdenden Intervallen mit diesen „Verschlimmbesserungen“ auseinandersetzen zu können. Ein gutes Spiel kann ein „Living Project“ sein, sollte dabei aber auf einem festen Fundament stehen.

Der HSV – von der Entkernung eines Spitzenclubs

Der Hamburger Sport-Verein zählte im Fußball zu den ganz Großen in Europa und war ein beständiges Fundament im deutschen Profifußball. Man gewann unter anderem den Europapokal der Landesmeister, den Europapokal der Pokalsieger, sechs deutsche Meisterschaften sowie dreimal den DFB-Pokal. In der ewigen Bestenliste der deutschen Fußballvereine belegt man den fünften Platz.

 

Die Glanzzeiten dieses ehrwürdigen Vereins liegen aber lange zurück. Das letzte Mal wurde der HSV deutscher Meister als ich gerade auf die Welt gekommen bin – nämlich 1983. Seither erlebte der Vereine viele Aufs und Abs, aber quasi keine großen Titel mehr.

 

Nun steht der HSV kurz vor dem Abstieg aus der 1. Bundesliga. Also der Verein, der seit der Gründung der Bundesliga immer Teil der höchsten deutschen Spielklasse gewesen ist. Nur, wenn Hamburg gegen Gladbach gewinnt und Wolfsburg gleichzeitig gegen Köln verliert besteht noch die Chance auf die Relegation. Aber wie konnte es soweit kommen?

 

Die geringste Schuld trifft die Fans und die Mitarbeiter des HSV. Ebenso sehe ich die Trainer und auch die Spieler zwar in einer gewissen Verantwortung, aber nicht als Hauptlast der letzten Jahre. Vielmehr kann man die Situation des Vereins an Missmanagement und Versagen in der Führungsebene festmachen.

 

Das beginnt beim Umgang mit Trainern: Hamburg hatte in der selben Zeit, in der beispielsweise Arsenal London einen Trainer hatte, knapp 30 Trainer. Das macht mehr als einen Trainer pro Jahr, also durchschnittlich jedes Jahr mindestens einen Trainerwechsel. Auch sind merkwürdige Transfers getätigt worden, mehr um der Show Willen, als um auf Leistung abzuzielen. Altstars sind verpflichtet worden, die ihren Zenit lange überschritten hatten. Große Namen, vor langer Zeit. Genau wie der HSV selbst.

 

Der größte Fehler des HSV dürfte aber gewesen sein, dass man sich in eine finanzielle Abhängigkeit zu Klaus-Michael Kühne begeben hat. Einem Mann, der viel will und verlangt, dabei aber wenig Sachverstand im Hinblick auf Fußball zu haben scheint. Es ging um Transferrechte, Aktien und Investments – weniger um Nachhaltigkeit.

 

Das war in meinen Augen der Todesstoß für diesen ehemals herausragenden Verein. Sollte der Abstieg am Samstag folgen, bleibt zu hoffen, dass es eine Lizenz für die 2. Bundesliga und dort dann eine Erneuerung geben wird – hoffentlich ohne Herrn Kühne. Zu wünschen wäre des den Hamburgern.

200 Jahre Karl Marx

Heute vor 200 Jahren wurde Karl Marx in Trier geboren. Der Philosoph und Gesellschaftstheoretiker gilt als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der Neuzeit, auch wenn er seinen Ruhm nicht mehr erleben durfte. Nicht zuletzt aufgrund seines Buches Das Kapital sowie dem Manifest der Kommunistischen Partei nahm Marx massiven Einfluss auf die Entwicklungen vor allem des 20. Jahrhunderts.

 

Anlässlich seines 200. Geburtstages finden in Deutschland und auch weltweit zahlreiche Festlichkeiten statt. Aber wen feiern so viele Menschen dort eigentlich?

 

Wer seine wichtigsten Werke gelesen und sich mit seiner Biographie sowie seinen Ansichten beschäftigt hat, der wird schnell ins Kopfschütteln angesichts der Verklärung dieser Persönlichkeit geraten. Marx war zusammen mit Engels der Begründer und Wegbereiter des Kommunismus, also der Ideologie, die für über 100 Millionen Tote verantwortlich ist (vgl. Schwarzbuch des Kommunismus).

 

Dabei wusste Marx ganz genau, dass seine neue Weltordnung nur mit Gewalt durchzusetzen sein würde:

„Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung.“ (Manifest der Kommunistischen Partei, S. 493)

 

Weiter weisen seine Ansichten auch deutlich rassistische Züge auf. So publizierte sein Weggefährte Engels in der gemeinsamen Neuen Rheinischen Zeitung, dass sogenannte „Volksabfälle“ zu beseitigen seien. Gemeint waren Schotten, Bretonen und Serben. Diese stünden, so die Theoretiker des Kommunismus, der Revolution im Weg, weil sie nicht die Stufe des Kapitalismus erreicht hätten und somit nicht umgeformt werden könnten.

 

Marx‘ Rassismus geht aber noch weiter. Er war glühender Antisemit. So schrieb er im Jahre 1843 in seinem Werk Zur Judenfrage:

„Welches ist der weltliche Grund des Judenthums? Das praktische Bedürfnis, der Eigennutz. Welches ist der weltliche Kultus der Juden? Der Schacher. Welches ist sein weltlicher Gott? Das Geld.“

 

Die russische Revolution von 1917 mit zahlreichen Toten und politisch Verfolgten, der chinesische Bürgerkrieg sowie die Machtergreifung Maos, die vietnamesische Revolution um Hồ Chí Minh, die Verbrechen der Roten Khmer, die DDR-Diktatur als auch die Lage im gegenwärtigen Nordkorea sind unmittelbare Folge dieser Ansichten. Marx befürwortete Gewalt und Selektion.

 

Auch die Verfolgung anderer religiöser Menschen in kommunistischen Ländern lässt sich auf Marx zurückführen. Die Folge waren Millionen Tote, Gefolterte, Bedrängte und Verfolgte. Nordkorea gilt laut Open Doors noch heute als das Land weltweit, in dem sich Christen der größten Verfolgung ausgesetzt sehen. Marx schrieb im Jahre 1844 in den Deutsch-Französischen Jahrbüchern über die Religion:

„Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüth einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.“

 

Zusammenfassend sehe ich nicht, wie man eine derartige Persönlichkeit auch noch feiern kann. Marx war ein geistiger Brandstifter und Demagoge – und zeitlebens ein persönlicher Versager, der die eigenen Unzulänglichkeiten auf andere geschoben hat. Anstatt diesen Menschen auch noch zu ehren, sollten wir sein Andenken lieber in der Form bewahren, als dass wir zeigen, wie es nicht geht. Wie es nicht sein sollte.

 

Der Marxismus und der Kommunismus, als auch der „kleine Bruder“ Sozialismus sind Menschheitsverbrechen. Nichts weiter.

 

Das Wahrheits-Paradoxon

Wenn man sich einmal mit religiösen Menschen, ganz gleich welchen Glaubens oder welcher Konfession, unterhält, dann fällt schnell das Wort „Wahrheit“. Das geschieht dann etwa durch Sätze wie „[…] aber das ist die Wahrheit“ oder „mein Glaube ist der einzig wahre“.

 

Es wird also mit Gewissheit vom eigenen Glauben gesprochen. Das gilt bei Weitem nicht nur für religiöse Menschen, sondern auch für Atheisten oder starke Agnostiker. Auch hier geht man von der „Wahrheit“ im Hinblick auf die eigenen Überzeugungen aus, oft vermengt mit einer seltsamen Interpretation von Wissenschaftlichkeit.

 

Im Grunde ist Wissen oder eben Wahrheit in Glaubensfragen ohnehin widersprüchlich, schließlich benutzen wir nicht grundlos die Wörter „Glaube“ und „Unglaube“. Der Duden sagt zum Glauben Folgendes: „gefühlsmäßige, nicht von Beweisen, Fakten o. Ä. bestimmte unbedingte Gewissheit, Überzeugung“. Glaube weiß also nicht, sondern er glaubt. Es handelt sich um eine individuelle oder kollektive Gewissheit, die objektiv aber nicht als wahrhaftig gelten kann. Das heißt nicht, dass sie nicht wahr sein muss. Es steht aber infrage.

 

Wenn nun aber mehrere Parteien von einer religiösen „Wahrheit“ sprechen, in den jeweiligen Augen immer die Wahrheit, dann ergibt sich das Wahrheits-Paradoxon. Denn es kann nicht mehrere, oft einander widersprüchliche, Wahrheiten geben. Das heißt in der Schlussfolgerung, dass sich 99% der religiösen und/oder unreligiösen Menschen irren und nur 1% im Recht ist – davon ausgegangen, dass unter dem Angebot an vermeintlichen Wahrheiten die richtige Wahrheit dabei ist. Vielleicht irren sich auch 100%. Eine falsche Wahrheit kann es aber nicht geben. Der Duden sagt über die Wahrheit: „das Wahrsein; die Übereinstimmung einer Aussage mit der Sache, über die sie gemacht wird; Richtigkeit; wirklicher, wahrer Sachverhalt, Tatbestand“.

 

Folglich wäre es konsequenter und sprachlich sauberer, wenn man in theologischen Fragen nicht von einer „Wahrheit“ sprechen würde, sondern vielmehr von Glauben oder eben Unglauben. Die Wahrheit ist nämlich nur das, was objektiv richtig ist – und wir sollten von etwas nur dann als „Wahrheit“ sprechen, wenn wir sicher wissen, dass es wahr ist.