Religion und Politik

Wenn man gerne sachlich diskutiert und sich mit anderen austauscht, dann wird man unweigerlich feststellen, dass die Themengebiete Religion und Politik sehr schwierig sein können.

 

Das hängt in meinen Augen vor allem damit zusammen, vor allem hinsichtlich von Religion, dass viele theologische Konzepte für sich in Anspruch nehmen, dass sie die einzig gültige, universelle Wahrheit vertreten würden. Das ist insofern problematisch, als dass ein Meinungsaustausch so erschwert wird, da ein Austausch von Argumenten fast gar nicht mehr möglich ist oder als Angriff verstanden wird. Ferner übt es sich deutlich schwerer in Toleranz, wenn man meint, dass man selbst allumfassend im Recht wäre.

 

Auch im politischen Bereich habe ich Ähnliches feststellen müssen. Meinungen, die nicht zum eigenen Weltbild passen, werden oft als „dumm“, „unsozial“, „reaktionär“ oder anderes bezeichnet. Je nachdem, aus welcher Ecke die Beschimpfungen kommen und gegen wen sie sich richten, unterscheiden sie sich. Im Kern haben aber alle eines gemeinsam: Fehlende Aufgeschlossenheit und Toleranz. Wobei es auch hier in meinen Augen Grenzen gibt, denn jede Form von Extremismus ist meiner Meinung nach per se abzulehnen. Aber alles, was sich in einem demokratischen Rahmen bewegt, sollte diskussionswürdig sein. Man sollte den Ideen, Konzepten und Ansichten des Gegenübers aufgeschlossen und interessiert begegnen. Man muss sie dann im Ergebnis nicht teilen, sollte sie aber zumindest tolerieren und den Menschen hinter der Meinung weiterhin mit Würde behandeln.

 

Ich finde religiöse und/oder politische Systeme, Ideen und Theorien sehr interessant. Es ist spannend, wie unterschiedlich die Meinungen und Ansichten sein können, häufig auch bedingt durch eine geographische Prägung. Wäre es nicht viel schöner, wenn wir uns hierüber inhaltlich austauschen könnten um voneinander zu lernen und zu profitieren, als dass wir uns mit Intoleranz, Wut und Unverständnis begegnen? Wir sind alle nur Menschen. Vergänglich und nicht perfekt. Ich glaube, dass man sich dies bewusst machen sollte. Ein Miteinander ist immer besser als ein Gegeneinander – auch, wenn man nicht immer der gleichen Meinung ist. Dafür gibt es den Kompromiss.

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Autor: Timo Schöber

Familienmensch, Gläubig, Christ, Autor, Akademiker, Intellektueller, Gamer, ehemaliger e-Sportler, Personaler, Tennis- und Handballspieler, Schachfan.