Bildschirm-Athleten

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Nach sechs Monaten der intensiven Arbeit ist mein viertes und vorerst letztes Buch „Bildschirm-Athleten“ fertig. Das Buch beschäftigt sich auf rund 500 Seiten und in knapp dreißig Kapiteln mit dem Phänomen e-Sports.

Erscheinen sollte das Buch in ca. zwei Wochen.

Anlässlich des Buches, werde ich zukünftig unter bildschirm-athleten.de über den e-Sports schreiben und nicht mehr auf diesem Blog. Zu allen anderen Themen wird aber weiterhin dieser Blog aktiv bleiben und genutzt werden.

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Religion und Politik

Wenn man gerne sachlich diskutiert und sich mit anderen austauscht, dann wird man unweigerlich feststellen, dass die Themengebiete Religion und Politik sehr schwierig sein können.

 

Das hängt in meinen Augen vor allem damit zusammen, vor allem hinsichtlich von Religion, dass viele theologische Konzepte für sich in Anspruch nehmen, dass sie die einzig gültige, universelle Wahrheit vertreten würden. Das ist insofern problematisch, als dass ein Meinungsaustausch so erschwert wird, da ein Austausch von Argumenten fast gar nicht mehr möglich ist oder als Angriff verstanden wird. Ferner übt es sich deutlich schwerer in Toleranz, wenn man meint, dass man selbst allumfassend im Recht wäre.

 

Auch im politischen Bereich habe ich Ähnliches feststellen müssen. Meinungen, die nicht zum eigenen Weltbild passen, werden oft als „dumm“, „unsozial“, „reaktionär“ oder anderes bezeichnet. Je nachdem, aus welcher Ecke die Beschimpfungen kommen und gegen wen sie sich richten, unterscheiden sie sich. Im Kern haben aber alle eines gemeinsam: Fehlende Aufgeschlossenheit und Toleranz. Wobei es auch hier in meinen Augen Grenzen gibt, denn jede Form von Extremismus ist meiner Meinung nach per se abzulehnen. Aber alles, was sich in einem demokratischen Rahmen bewegt, sollte diskussionswürdig sein. Man sollte den Ideen, Konzepten und Ansichten des Gegenübers aufgeschlossen und interessiert begegnen. Man muss sie dann im Ergebnis nicht teilen, sollte sie aber zumindest tolerieren und den Menschen hinter der Meinung weiterhin mit Würde behandeln.

 

Ich finde religiöse und/oder politische Systeme, Ideen und Theorien sehr interessant. Es ist spannend, wie unterschiedlich die Meinungen und Ansichten sein können, häufig auch bedingt durch eine geographische Prägung. Wäre es nicht viel schöner, wenn wir uns hierüber inhaltlich austauschen könnten um voneinander zu lernen und zu profitieren, als dass wir uns mit Intoleranz, Wut und Unverständnis begegnen? Wir sind alle nur Menschen. Vergänglich und nicht perfekt. Ich glaube, dass man sich dies bewusst machen sollte. Ein Miteinander ist immer besser als ein Gegeneinander – auch, wenn man nicht immer der gleichen Meinung ist. Dafür gibt es den Kompromiss.

Der Echo 2018

Beim diesjährigen Echo haben unter anderem zwei Rapper einen Preis gewonnen. Ausgezeichnet wurden diese beiden Herren, obwohl ihre Texte eindeutig antisemitische, schwulenfeindliche und gewaltverherrlichende Inhalte vermitteln.

 

Gerechtfertigt wird dies in Deutschland mit der „künstlerischen Freiheit“, gemäß Art. 5 (3) GG: „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.“

 

Geschaffen worden ist dieses Gesetz unter anderem im Hinblick auf die Verbrechen des Nationalsozialismus‘, als Kunst stark beschränkt worden ist und es zur Definition der sogenannten „entarteten Kunst“ gekommen war. Der Artikel des Grundgesetzes soll dafür sorgen, dass es in Deutschland nie wieder zu derartigen Repressionen gegen Kunstschaffende kommen wird. Ein ehrenhaftes und gutes Vorhaben.

 

Was aber, wenn die „künstlerische Freiheit“ missbraucht wird, um Inhalte zu vermitteln, vor denen das Grundgesetz doch eigentlich schützen soll? Kollegah und Farid Bang, also die umstrittenen Echo-Gewinner 2018, sind nicht die ersten Rapper, bei denen – in meinen Augen – strafrechtlich relevante Texte veröffentlicht wurden und die dennoch mit einem wichtigen Preis ausgezeichnet worden sind. So hat Bushido beispielsweise einen Bambi für Integration erhalten, obwohl er immer wieder mit etwa homophoben und gewalttätigen Texten auffällt.

 

In meinen Augen kann und darf die „künstlerische Freiheit“ keine Rechtfertigung dafür sein, dass Künstler, oder solche, die es sein wollen, alles äußern dürfen. Viele Rap-Texte sind beleidigend, antisemitisch, frauenverachtend, schwulenfeindlich, gewaltverherrlichend, bedrohlich und/oder hasspredigend. Die Autoren und die Verbreiter solcher Texte gehören nicht mit Preisen ausgezeichnet, sondern vor ein Gericht gestellt. Auch „Kunst“, wie auch immer man diese definieren möchte, darf nicht alles.

Das Geschäftsmodell des FC Bayern München

Matthias Sammer arbeitet fortan als externer Berater bei Borussia Dortmund. Zuvor war er vier Jahre Sportchef beim FC Bayern München, bevor ihn eine Erkrankung zum Rückzug gezwungen hatte. Mit ihm gewannen die Bayern unter anderem das Triple, bestehend aus Champions League, deutscher Meisterschaft und DFB-Pokal, gefolgt vom Gewinn der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft.

Uli Hoeneß, „Macher“ der Bayern, zeigte sich erfreut über den Wechsel Sammers zu Dortmund. Sammer könne den Dortmundern helfen dafür zu sorgen, dass die Bayern in der Bundesliga endlich wieder eine nennenswerte Konkurrenz hätten.

Diese Aussage wirkt insofern seltsam, gar paradox, weil die Bayern durch ihre Einkaufspolitik und wirtschaftlichen Gebaren maßgeblich mit dafür verantwortlich sind, dass sie seit Jahrzehnten auf Dauer keine ernsthafte Konkurrenz auf nationaler Ebene hatten. Deutlich wird dies vor allem daran, wenn man sich einmal anschaut, wen die Bayern als Spieler verpflichten und demgegenüber den Tabellenstand der Bundesliga aus den Vorjahren stellt. Bayern kauft auffallend häufig Leistungsträger und Schlüsselspieler von der direkten Konkurrenz.

Im aktuellen Kader des FC Bayern München befinden sich alleine sieben Spieler, die von Vereinen gekauft worden sind, die den Bayern in der Bundesliga gefährlich geworden sind oder hätten in nächster Zeit gefährlich werden können (in Klammern der abgebende Verein):
– Manuel Neuer (Schalke)
– Niklas Süle (Hoffenheim)
– Mats Hummels (Dortmund)
– Joshua Kimmich (Leipzig)
– Sebastian Rudy (Hoffenheim)
– Sandro Wagner (Hoffenheim)
– Robert Lewandowski (Dortmund)

Zusätzlich wird zur nächsten Saison Leon Goretzka von Schalke zu den Bayern wechseln. Schalke ist aktuell Zweiter der Bundesliga und Goretzka ist deren wichtigster Leistungsträger. Laut Medienberichten ist Bayern zusätzlich an Christian Pulisic dran, Schlüsselspieler von Borussia Dortmund, aktuell Dritter der Bundesliga.

Dieses Geschäftsverhalten, das deutlich den Eindruck erweckt man würde gezielt Konkurrenten kaputt kaufen, ist kein neues Phänomen bei den Bayern sondern zieht sich seit Jahrzehnten wie ein roter Faden durch dessen Geschichte. Zu nennen sind hier beispielhaft, eine komplette Auflistung würde den Rahmen dieses Blogeintrags deutlich sprengen, folgende Spieler:
– Karl Del’Haye (Gladbach, 1980)
– Lothar Matthäus (Gladbach, 1984)
– Hans Dorfner (Nürnberg, 1984)
– Stefan Reuter (Nürnberg, 1988)
– Roland Grahammer (Nürnberg, 1988)
– Manfred Schwabl (Nürnberg, 1989)
– Jürgen Kohler (Köln, 1989)
– Michael Sternkopf (Karlsruhe, 1990)
– Oliver Kreuzer (Karlsruhe, 1991)
– Bruno Labbadia (Kaiserslautern, 1991)
– Mehmet Scholl (Karlsruhe, 1992)
– Thomas Helmer (Dortmund, 1992)
– Oliver Kahn (Karlsruhe, 1994)
– Ciriaco Sforza (Kaiserslautern, 1995 sowie 2000)
– Andreas Herzog (Bremen, 1995)
– Mario Basler (Bremen, 1996)
– Giovane Élber (Stuttgart, 1997)
– Thomas Linke (Schalke, 1998)
– Robert Kovač (Leverkusen, 2001)
– Zé Roberto (Leverkusen, 2002)
– Michael Ballack (Leverkusen, 2002)
– Lúcio (Leverkusen, 2004)
– Miroslav Klose (Bremen, 2007)
– Mario Gomez (Stuttgart, 2009)

Das als einige wenige Beispiele. In der Regel bedienten sich die Bayern beim Vizemeister oder jemandem, der einen Titel gewinnen konnte. Entweder holte man die Spieler direkt in der folgenden Saison oder aber etwas später. Bei Nürnberg beispielsweise erkannten die Bayern rechtzeitig, dass dieser Verein immer größer und besser wurde, sodass man schnell und gezielt eine mögliche Konkurrenz im eigenen Bundesland durch den Abkauf von Schlüsselspielern kaputt gemacht hat.

Das gegenwärtig eindringlichste Beispiel ist Borussia Dortmund, daher auch dieser Blogeintrag im Hinblick auf die Aussage von Hoeneß. Bayern hat von Dortmund, die zur Dauerkonkurrenz geworden waren und sogar deutsche Meistertitel gewinnen konnten, Mario Götze (Spielmacher, 2013), Robert Lewandowski (1. Stürmer, 2014) sowie Mats Hummels (Abwehrchef, 2016) gekauft.

Bayern führt aktuell die Bundesligatabelle mit einem Vorsprung von 17 Punkten an. Man kann nicht einerseits eine bessere Konkurrenz und eine spannendere Bundesliga fordern und andererseits Konkurrenten oder solche, die es werden könnten, gezielt Schlüsselspieler weg kaufen. Das ist nicht nur moralisch fragwürdig, sondern vor allem auch paradox.